verkehrte welt des rektors

11.04.2017:

Der Rektor der Universität Freiburg, der zu einem guten Teil für die Versäumnisse und skandalösen Ereignisse des Freiburger Aufklärungsprozesses steht, lässt seine Anwälte (Plural!) schreiben, ich versuche "die Arbeit der Evaluierungskommission und damit die Aufklärungsbemühungen unserer Mandantin zu torpedieren" (Schreiben vom 5. April 2017). Und Rektor, derzeit "Beschuldigter" in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Freiburg wegen des Verdachts unerlaubter Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke (Az. 420 Js 8981/17),  belieben jetzt massiv zu drohen und kündigen "erhebliche zivilrechtliche Haftungsfolgen" an, sollte er ausstehende Gutachten nicht kostenlos erhalten.

 

Der heute sich als brutalst möglicher Aufklärer gerierende Rektor Schiewer schrieb am 12.03.2010, im sichtbaren Bemühen um eine schnellstmögliche Auflösung der Evaluierungskommission ohne aufwendige Beschäftigung mit dem Dopingthema, noch:

 

"Die Arbeit der Evaluierungskommission sollte auf Grundlage der dem Klinikum zur Verfügung stehenden Akten und der Ergebnisse der 'Dopingkommission' erfolgen. ... Mittel für die Einladung von Zeugen und Interviewpartnern sowie für die Finanzierung eines vollanonymen Zeugenmeldesystems sind daher für die Arbeit der Evaluierungskommission nicht vorgesehen und auch nicht verfügbar."

 

Im Herbst 2012 gab der Rektor dann zu, dass jahrelang Akten aus dem dienstlichen Nachlass von Joseph Keul vor der Evaluierungskommission verborgen worden bzw. bei der früheren Geschäftsstellenleiterin, einer Universitätsmitarbeiterin, privat verwahrt und dadurch dem Zugriff der Evaluierungskommission entzogen worden waren. Die dafür zuständige Person wurde bezeichnenderweise zur Referatsleiterin in der Zentralen Universitäts-Verwaltung befördert. Erst ab September 2012 konnte die Kommission diese wichtigen Akten über das Universitätsarchiv Freiburg einsehen. Im Dezember 2012 hatte Rektor Schiewer trotzdem noch darauf beharrt, dass der Abschluss der Arbeiten der Evaluierungskommission "bis zum 31. Januar 2013" zu erfolgen habe und dieser Termin "unbedingt einzuhalten" sei (zit. nach Paoli 2014, "Rechenschaftsbericht Teil II, Behinderungen und Verzögerungen der Abschlussarbeiten der Evaluierungskommission", S. 8). 

 

 

Die nächste unwahre Behauptung des Rektors: Gutachten seien nicht Bestandteil des  Abschlussbericht (Stand 22.03.2017)

 

 

Gegen die krude Argumentation der Universität und des Rektors, ich schulde ihr, weil die Gutachten nicht Bestandteil des Abschlussberichts gewesen wären (hätte es denn einen gegeben) damit auch weiterhin kostenlose Arbeit - gewissermaßen eine postmoderne Freiburger Form der wissenschaftlichen Sklaverei - habe ich deutlich gemacht: Stimmt nicht! Stimmt einmal mehr nicht! Was immer die Universität in dieser Angelegenheit bisher an wesentlichem zu sagen hatte - in den meisten Fällen stimmte es nicht. 

 

Und es ist beweisbar. Ganz leicht. 

 

Schreiben des Rektors vom 23. April 2015

 

Der Rektor selbst schrieb mir am 23. April 2015. Er bat mich inständig, nicht vor der für mich letzten Kommissionssitzung am 24. April 2015 zurückzutreten. Das war eigentlich zu diesem Zeitpunkt mein Plan gewesen, wie ich ihn auch u.a. dem Rektor mitgeteilt hatte.

 

 

"Sehr geehrter Herr Singler,

die Gutachten, an denen Sie für die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin gearbeitet haben, bilden einen Großteil des Kommissionsberichts. … Daher bitte ich Sie mit allergrößtem Nachdruck an der bevorstehenden Kommissionssitzung am 23. April teilzunehmen, damit Ihre Gutachten - wie beim Gespräch in Stuttgart am 24. Februar - verabschiedet werden können."

 

 

Eine Mediennachfrage ließ der Rektor aber ganz anders beantworten, nämlich dass die Gutachten nicht Teil des Abschlussberichts seien. 

 

Hintergrund: Ich hatte argumentiert, dass die Gutachten rechtlich als abgenommen zu gelten haben, wenn sie nicht innerhalb von einigen Monaten nach Abgabe beanstandet werden. Wurden sie nicht. Also waren sie abgenommen. Mehr Arbeit, ist meine Schlussfolgerung und war meine schriftlich geäußerte Bedingung, gibt es nur gegen Bezahlung. Soviel zur (unrichtigen) Behauptung des Rektors, es gebe keine Rechtsgrundlage für meine Forderungen ihm gegenüber.

 

Ein Journalist schrieb mir dazu: "Damit habe ich die Uni konfrontiert, und die sagte mir, dass diese Regelung nur für den Abschlussbericht gelte und verweist auf das Protokoll einer Besprechung vom 27.5.2011." 

 

Falsche Darstellung der Universität in der Honorarfrage - monatliche Bezahlung erfolgte zweifelsfrei als Gutachter!

 

In ihren Pressemitteilungen vom 14. und 15. März 2017 erklärt die Universität, ich habe monatliche Honorare im Gegenwert einer halben Stelle auch nach meiner Berufung in die Evaluierungskommission im September 2012 weiter für eine angebliche Tätigkeit als "Assistent" erhalten. Damit glaubt die Universität, meine Forderung auf Fortzahlung von Honoraren entplausibilisieren und ihre rechtliche Basis zurückweisen zu können.

 

Die hier publizierten Quellen zeigen aber, dass auch in dieser Hinsicht Rektor und Universität die Öffentlichkeit in die Irre führten und falsch informierten. Es lässt sich nämlich eindeutig beweisen, dass nach meinem Eintritt in die Kommission meine Tätigkeit als Gutachter honoriert werden sollte, nicht wie bis dahin erfolgt als wissenschaftlicher Assistent. Auch hier besteht Rektor Schiewer also den Faktencheck nicht.

 

 Berufungsschreiben zum Kommissionsmitglied September 2012: Rektor betont Notwendigkeit der absoluten Unabhängigkeit als Kommissionsmitglied - und lässt den Hinweis auf frühere Assistenz von der Website der Kommission entfernen

 

Im September 2012 machte der Rektor in seinem Bestellungsschreiben zum Kommissionsmitglied an mich ausdrücklich darauf aufmerksam, dass laut Geschäftsordnung Mitglieder der Evaluierungskommission unabhängig zu sein hätten, insofern kam die gleichzeitige Tätigkeit als Assistent, wie bis dahin, und als neues Kommissionsmitglied nicht in Frage. Die bisherigen Honorare erklärte sich der Rektor weiterhin zu zahlen bereit. Ansonsten hätte ich die Berufung nicht angenommen. Damit ist von Beginn an eindeutig und klar, dass meine Honorierung für das Verfassen von wissenschaftlichen Gutachten erfolgen sollte, für das mich die Kommission beauftragt hatte. Konsequenterweise ließ der Rektor Hinweise auf die (vormalige) wissenschaftliche Assistenz von der Website der Evaluierungskommission entfernen. Wenn er jetzt behauptet, ich habe aber weiterhin als Assistent gearbeitet, dann gibt er ja - fälschlicherweise - zu, damals die Öffentlichkeit über die aus seiner Sicht "wahren" Beschäftigungsverhältnisse mit der Änderung der Website hinweggetäuscht zu haben.

 

Weitere Beweise für die Bezahlung als Gutachter (und nicht als Assistent):

 

"Mainz, den 02.12.2014

Sehr geehrter Herr Rektor Professor Schiewer,

 

ich wende mich heute mit der Bitte an Sie, meine derzeit auf Basis einer halben Stelle erfolgenden Honorierung für meine freiberufliche Tätigkeit für die Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin von derzeit monatlich 2500 Euro auf den in etwa einer vollen Stelle entsprechenden Betrag von 5000 Euro monatlich aufzustocken. Diese Verbesserung meiner Arbeitssituation würde einem nunmehr jahrelang währenden Zustand deutlicher Mehrarbeit (ca. 30 Prozent Mehrarbeit monatlich seit 2010 bis September 2012; danach nochmals gesteigerte Mehrarbeit als Gutachter) Abhilfe schaffen und wesentlich zu einer Beschleunigung des Abschlusses der im Wesentlichen von mir zu leistenden gutachterlichen Textarbeiten sowie zahlreicher weiterer damit in Zusammenhang stehenden Arbeiten beitragen. Mir wäre es dann möglich, meine volle Arbeitskraft für den Abschluss der Arbeiten einzubringen und andere Tätigkeiten bis dahin hintenanzustellen."

 

Antwort des Rektors vom 4. Dezember 2014 per E-Mail, aus dem klar hervorgeht, dass der Rektor mich für die Verfassung und Fertigstellung von Gutachten bezahlen ließ:

 

"Sehr geehrter Herr Dr. Singler,

ich danke für Ihr Schreiben vom 2. Dezember dieses Jahres. Ihre Erläuterungen zur Arbeitssituation sind für mich sofort nachvollziehbar. Daher darf ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihrem Wunsch entspreche und das Honorar ab Dezember um 2500,- Euro erhöhe. Zugleich freue ich mich, dass Sie damit hoffen, die ausstehenden Arbeiten an den Gutachten zügig voranbringen zu können. ...Ich bedanke mich sehr für Ihren Einsatz, die Kommissionsarbeit zügig abzuschließen. Nur mit der Veröffentlichung der Gutachten kann die Universität angesichts der öffentlichen Debatte zeigen, dass ihr Aufklärungswille ernsthaft ist. Mit den besten Grüßen

IhrHans-Jochen Schiewer"

 

 

Folgender Auszug aus einem Schreiben des Universitätsklinikums Freiburg vom 05.05.2016 (Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender Professor J. R. Siewert und Kaufmännischer Direktor B. Sahner) beweist, dass auch nach Auffassung des Auftraggebers ab Mai 2015 zweifelsfrei die Bezahlung als Gutachter erfolgte, nicht als "Assistent". Wenn heute andere Darstellungen der Öffentlichkeit gegenüber abgegeben werden, dann sind diese schlicht und einfach falsch:

 

"Mit heutigem Schreiben werden Sie von dieser Tätigkeit (als Assistent) entbunden. ... Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass unser heutiges Schreiben keine Vertragskündigung darstellt." - Will heißen: Die Bezahlung erfolgt logischerweise als Verfasser von Gutachten! Davon abgesehen war ich seit September 2012 kein Assistent, sondern Kommissionsmitglied.

 

Es gibt aber noch viel mehr Beweise gegen die falschen Darstellungen des Rektors: In mehr als zwei Dutzend monatlichen Abrechnungen wird nämlich seit September 2012 die Rechnungstellung mit dem Wortlaut "für meine Mitarbeit im Sinne der früheren Tätigkeit als Assistent der Kommission (80 Stunden/Monat)" begründet. Damit wird also zum Ausdruck gebracht, dass die Bezahlung nun zwar in der selben Höhe, aber für einen anderen Zweck erfolgte. Das belegen auch die dann aufgeführten Tätigkeitsnachweise, diese berichten stets ganz überwiegend von den gutachterlichen Arbeiten.

 

Später wird dann explizit in der Abrechnung (etwa vom 31.07.2015) formuliert: "für meine gutachterliche Tätigkeit im Auftrag des Rektors der Universität Freiburg und der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin im Juli 2015 erlaube ich mir, gemäß Mitteilung des Rektors vom 4.12.2014 als Honorar in Entsprechung einer vollen Stelle in Rechnung zu stellen..." 

 

Beweisführung abgeschlossen!

 

 

 

 

Widerlegung der wahrheitswidrigen Behauptung des Rektors, eine Einigungsbereitschaft habe nicht bestanden: "Bedauerlicherweise ... keine Antwort erhalten."

 

Wahrheitswidrig hat der Rektor behauptet, ich habe keinerlei Bereitschaft gezeigt, im Streit um noch zu leistende Zahlungen für meine Arbeiten im Auftrag des Rektors zu einer gütlichen Einigung zu kommen. Zahlreiche u.a. Schreiben belegen, dass ich sehr wohl und zwar immer und immer wieder versucht habe, eine Einigung zu erzielen. Zunächst aber waren zahlreiche Schreiben monatelang vom Rektor noch nicht einmal beantwortet worden. Die in den Schreiben anklingende Rechtsposition war vor der rechtswidrigen, weil gegen das deutsche Urheberrecht verstoßenden Publikation des Keul-Gutachtens wohl nur schwer durchsetzbar gewesen. Mit dieser für mich kriminellen Aktion aber hat der Rektor nun einen Hebel geliefert, wie Honorare für geleistete Mehrarbeit seit Juli 2015 eingefordert werden können.

 

Damit ist aber die widerrechtliche Weiterverbreitung in Zukunft nicht automatisch ebenfalls erlaubt. Die Herausgabe meiner Gutachten bzw. die Zustimmung zu ihrer Publikation durch den Rektor kann auch in Zukunft nur erfolgen, wenn eine Einigung gelänge, der sich aber der Rektor stur verweigert. 

 

Eine Auflösung dieser verfahrenen Situation war bis zu der für mich kriminellen Veröffentlichung des Keul-Gutachtens durch eine gütliche Vereinbarung auf Augenhöhe noch möglich gewesen. Ansonsten war ich durchaus bereit, auf weitere Gelder zu verzichten - der Rektor kommt dann aber nicht zum gewünschten Abschluss durch eine eigene Publikation! Dafür, dass er sich das Recht herausgenommen hat, gibt es keine Rechtsgrundlage. Aus meiner Sicht hat er sich strafbar gemacht.

 

Aus heutiger Sicht war es natürlich ein Fehler, im Dienste der Aufklärung die Arbeiten trotz der ungelösten Differenzen fortgesetzt zu haben. Allerdings kann ich beweisen, dass ich überhaupt nur unter der Bedingung Mehrarbeiten zu leisten bereit war, dass die Finanzierung gesichert war. Insofern war der Rektor automatisch zur Honorierung in der bisherigen Weise verpflichtet, wenn er auf meine Dienste weiter zurückgreifen wollte. Eine andere Vereinbarung zu treffen, versäumte der Rektor.

 

 Schreiben u.a. an Rektor Schiewer vom 20. April 2015: "Voraussetzung für Weiterführung der Arbeiten ist die Weiterfinanzierung"

"im Anhang bringe ich Ihnen den Entwurf zu einer Pressemitteilung bezüglich meines bevorstehenden Austritts aus der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin zur Kenntnis. 

Ich bitte zu beachten, dass dies noch nicht die Rücktrittserklärung selbst darstellt. 

Ich werde meine Arbeit an den Gutachten (Reindell, Klümper, Sondergutachten, Keul) bis zur Druckreife inkl. abschließender redaktioneller Arbeiten gerne weiter und zu Ende führen, sofern Sie mir nicht ausdrücklich mitteilen, dass eine Annahme der Texte ohne Kommissionsabstimmung nicht möglich ist. Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich, dass eine Weiterfinanzierung erfolgen kann."

Da der Rektor in Kenntnis dieser Voraussetzung mich mit weiteren Arbeiten betraut hat, die bekanntlich bis heute nicht abgeschlossen sind, auch wenn der Rektor dazu schon Gegenteiliges behauptet hatte, besteht sehr wohl eine Rechtsgrundlage für eine Weiterhonorierung. Der Rektor selbst hat mit der Beauftragung zu weiteren Arbeiten "konkludent" die Zustimmung zur Weiterhonorierung erteilt.

 

Aktennotiz vom 27. April 2015 - Telefonat mit dem Rektor auf dessen Bitte hin (vgl. E-Mail Mitarbeiterin Rektor vom selben Tage, 27.04.2015)

 

"Gegenstand des Telefonats

  • Die Texte sollen im gegenwärtigen Stand eingereicht werden, damit eine 1. Abgabe noch als Mitglied der Kommission erfolgt.
  • Danach können sie fertiggestellt und die fertigen Versionen nachgereicht werden.
  • Daraus folgt: weiter bestehende Auftragslage bis zum endgültigen Abschluss der Arbeiten (d.h. bis zur Publikation!)"

 

 

E-Mail an Rektor, 22.06.2015

 

"Sehr geehrter Herr Professor Schiewer,

ich werde Ihnen in den nächsten Tagen zunächst das Gutachten über Joseph Keul übersenden, so dass nunmehr auch dieses einer juristischen Überprüfung zugeführt werden kann. Mit etwas Abstand folgt dann das letzte noch ausstehende Gutachten zum Komplex Telekom. Für die Verzögerungen gegenüber dem ursprünglich avisierten Abgabetermin (Ende Mai) bitte ich um Verständnis, sie sind dem unbedingten Anspruch geschuldet, die Arbeit in der bestmöglichen Qualität abzuschließen. 

Ich möchte aufgrund der danach noch weiter erforderlichen redaktionellen Arbeiten an sämtlichen fünf von mir verfassten Gutachten (Reindell, Klümper, Systematische Manipulationen im Fußball und Radsport, Keul, Telekom) im Gesamtumfang von ca. 1300 Seiten bis zur Druckreife noch um eine Abschlussfinanzierung bitten." 

 

E-Mail an Rektor, 29.06.2015

 

"Sehr geehrter Herr Professor Schiewer,

wie vor einigen Tagen angekündigt, übersende ich Ihnen nunmehr das Gutachten 'Joseph Keul: Wissenschaftskultur, Doping und Forschung zur pharmakologischen Leistungssteigerung' zur internen juristischen Überprüfung.

Ich mache, wie stets, auch bei diesem Gutachten darauf aufmerksam, dass es auch hier einer weiteren redaktionellen Bearbeitung bedarf. Für diese wie auch für die Fertigstellung des Kurzgutachtens zum Team Telekom möchte ich Sie um eine Weiterfinanzierung bis zum September 2015 bitten. ...

Wie Sie sehen, ist Herr (...) nach wie vor als Mitautor ausgewiesen. Das kann aus meiner Sicht auch so bleiben, sofern daraus keine urheberrechtlich relevanten Interventionswünsche abgeleitet werden." 

Ich werde währenddessen (während der juristischen Überprüfung, A.S.) an der redaktionellen Verbesserung der Texte weiterarbeiten - angesichts der von mir nunmehr verfassten rund 1300 Seiten bis zuletzt eine Herkulesaufgabe, für die ich Sie auch im letzten Abschnitt der Gesamtarbeiten noch einmal um Unterstützung bitten möchte."

 

E-Mail an Rektor, 27.07.2015

 

"Sehr geehrter Herr Professor Schiewer,

für das möglichst bald abzuschließende Telekom-Gutachten werde ich am Rande auch auf die Dopingaktivitäten von Dr. Huber eingehen. Ich möchte hierfür auch auf die von Huber selbst vor Gericht in der Auseinandersetzung mit Prof. Franke vorgelegte Vereinbarung mit dem Universitätsklinikum zurückgreifen und möchte Sie darum bitten, mir diese Vereinbarung sowie sämtliche in diesem Zusammenhang angefallenen Dokumente, Schriftwechsel etc. zwischen Klinikum (oder, falls involviert, auch Universität) und Dr. Huber zur Verfügung zu stellen (Anm. am 17.3.2017: Der Rektor kam der Bitte nicht nach!). 

... 

Danach werde ich möglichst rasch zum Abschluss kommen bzw. die insgesamt rund 1400 Seiten an Gutachten redaktionell zu Ende betreuen.. Bedauerlicherweise habe ich bezüglich einer Lösung zur Finanzierung meiner auch weiterhin anfallenden Arbeiten von Ihnen bislang keine Antwort erhalten."

 

 

 E-Mail vom 16.11.2015

 

An: Kaufmännische Direktion

Kopie: Rektor, ...

Blindkopie: ...

 Rechnung für Gutachten zu Doping / Mahnung zu Rechnung vom 31.7.2015 

 

"Sehr geehrter Herr Sahner, 

ich darf mit den beiden Schreiben im Anhang um Begleichung der in Rechnung gestellten Posten (vier wissenschaftliche Gutachen zu Doping) bzw. der hiermit angemahnten, leider nur unvollständig beglichenen Rechnung vom 31.7.2015 bitten. 

Da meinen zuletzt erhobenen Forderungen bisher nicht widersprochen wurde, gehe ich von der Rechtmäßigkeit im Grundsatz nach wie vor aus. Sollten andere Lösungen zur Kompensation der von mir geleisteten hochumfänglichen und bislang nicht honorierten Arbeiten für die vergangenen oder die kommenden Monate gefunden werden können, vermag ich mir vorzustellen, die aus meiner Sicht arbeitsrechtlich sehr fundierten Forderungen auch fallenzulassen. Dies habe ich in der vergangenen Woche bereits Herrn Rektor Prof. Schiewer mitgeteilt.

Ich sehe mich allerdings nicht weiterhin in der Lage, noch mehr Geld in erheblichem Umfang selbst zu investieren, um die redaktionellen Arbeiten voranzutreiben bzw. abzuschließen oder Änderungswünschen, die aus der datenschutzrechtlichen Überprüfung resultieren können und mir leider noch immer nicht mitgeteilt wurden, zu realisieren.

Mit freundlichem Gruß 


Andreas Singler"

 

E-Mail an (...) (Vermittler zwischen Rektor und A. Singler), 11.09.2015

 

"Keine Sorge, ich werde kompromissbereit bleiben und warte jetzt meinerseits die Kompromissbereitschaft von Rektor und Klinikum ab. Wichtig war mir, Ansprüche zunächst zu formulieren. ...  

Die Forderung würde sich aber für mich erübrigen, falls der Rektor eine höhere Honorierung der Einzelgutachten durchsetzten könnte, sofern diese nach der juristischen Prüfung nachbearbeitet werden müssen."

 

Von: Andreas Singler [mailto:asingler@gmx.de
Gesendet: Montag, 9. November 2015 03:13
An: Rektor
Betreff: Publikation der Gutachten

"Sehr geehrter Herr Professor Schiewer, 
ich möchte gegen Ende meines zweimonatigen Japanaufenthaltes, während dessen ich „nebenbei" insbesondere das Gutachten zu Prof. Keul intensiv redigiert habe, nach dem Stand der Dinge fragen und um Mitteilung bitten, wann eine gemeinsame Besprechung ... mit den Juristen der Universität bzw. ggf. der Landesregierung stattfinden kann, um verbleibende datenschutzrechtliche Aspekte zu diskutieren. Zugleich bitte ich um Mitteilung, wann mit einer Publikation unserer Gutachten zu rechnen ist.  
Wie mehrfach mitgeteilt, habe ich auch nach Auslaufen meines Vertrages mit dem Klinikum erhebliche Arbeiten zur redaktionellen Weiterentwicklung unbezahlt geleistet und dafür sogar eine wissenschaftliche Mitarbeiterin aus eigener Tasche bezahlt. Ich bin diesbezüglich jetzt aber an meine Grenzen gestoßen und bitte für die verbleibenden Arbeiten nachdrücklich um eine angemessene Honorierung. Ich bin, wenn hier eine faire Lösung gefunden wird, gerne bereit, im Gegenzug auf meine im September gegenüber dem Klinikum formulierten arbeitsrechtlich sehr fundierten Forderungen zu verzichten. 
Da die 2011 in einer gemeinsamen Sitzung mit Ihnen vereinbarte Dreimonatsfrist zur juristischen Begutachtung von Gutachten und Abschlussbericht für die meisten Gutachten verstrichen ist, erlaube ich mir, nach meiner Rückkehr zunächst die Rechnung für die vier zu honorierenden Gutachten zu stellen. Darüber hinaus hoffe ich auf eine einvernehmliche Lösung zur Kompensation meiner noch zu leistenden Arbeiten bzw. der unbezahlt geleisteten Arbeiten der letzten Monate. Mir ist an arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen grundsätzlich nicht gelegen.
Was die bislang vom Klinikum nicht bezahlten Reisekosten und Spesen angeht, die ich ebenfalls angemahnt hatte, bin ich dagegen überhaupt nicht kompromissbereit. Hier werde ich nach meiner Rückkehr eine Mahnung über den eigentlich doch eher lächerlichen Betrag von ca. 160 Euro versenden und dann nach kurzer Frist konsequent auch das Mahnverfahren einleiten, sollte eine Bezahlung nicht erfolgen. Das ist für mich eine Prinzipfrage, dass ich nicht auch noch Reisekosten für ein sehr wichtiges Zeitzeugengespräch und Kosten für Kopierarbeiten u.ä. aus eigener Tasche bezahle. Die Rechtmäßigkeit der Forderung ergibt sich alleine daraus, dass ich nach wie vor als Gutachter mit der Fertigstellung der Arbeiten betraut bin. Ich hoffe, Sie teilen diese Ansicht.
Mit besten Grüßen aus Tokyo
Andreas Singler" 

 

Schreiben an Rektor, 14.12.2015

 

"Sehr geehrter Herr Rektor Professor Schiewer,

Vielen Dank für Ihr o.a. Schreiben. Inhaltlich vertrete ich, was die arbeitsrechtlichen Aspekte angeht, zwar nach wie vor andere Ansichten, ich bin dennoch zuversichtlich, dass eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung letztlich nicht notwendig sein wird.

Ich muss jedoch auf die Begleichung von Reisekosten, die für einen wichtigen Zeitzeugenkontakt angefallen sind, sowie für Kopierarbeiten (insgesamt ca. 120 Euro, Re. Juli 2015) weiter bestehen und möchte Sie bitten, dahingehend auf das Klinikum einzuwirken. Ich möchte ungerne über so einen geringen Betrag ein Mahnverfahren anstrengen bzw. eine gerichtliche Auseinandersetzung, werde das aber konsequent tun, sollten diese Auslagen nicht erstattet werden. Ich hatte Ihnen bereits geschrieben, dass dies eine Prinzipfrage für mich ist. Bitte stellen Sie auch sicher, dass mir Unkosten etwa für Kopierarbeiten u.ä. auch weiter erstattet werden, sollten welche anfallen. Die Verpflichtung dazu ergibt sich daraus, dass mir nach wie vor ein Auftrag zur Fertigstellung von Gutachten vorliegt, der erst mit der Publikation bzw. der endgültigen Abgabe der Texte nach Abschluss der datenrechtlichen Überprüfung abgeschlossen sein wird.

Haben Sie bitte Verständnis dafür, wenn ich Ihrer Behauptung, ich sei auch nach September 2012 noch Assistent von Frau Paoli gewesen, widerspreche. Sie selbst haben den Hinweis darauf ja von der Website der Kommission entfernen lassen und auf die Problematik der unabdingbaren Unabhängigkeit von Kommissionsmitgliedern, m.E. sehr zu Recht, hingewiesen. Außerdem geht aus Ihrer freundlichen Zusage aus dem Dezember 2014, meine „halbe Stelle“ vorübergehend auf eine volle aufzustocken, ebenfalls klar hervor, dass meine Honorierung für das Verfassen von umfangreichen Gutachten erfolgte, die nach Meinung aller zentral waren für die Arbeit der Kommission  – und nur dafür."   

 

 

Schreiben (...) an Rektor, 18.01.2016 - rechtliche Einschätzung eines Rektor-Beraters u.a. zur Frage des Abschlusses des gutachterlichen Prozesses nach Abgabe der Arbeiten 

 

"Dass die rechtliche Prüfung mehrere Monate gedauert hat, darf nicht dem Hersteller des Werks angelastet werden. Die mehrfache unwidersprochene Zahlungsaufforderung durch Herrn Singler ist im Übrigen als Fristsetzung i.S. des § 640 Abs. 1 S. 3 zu verstehen, welche die Abnahmefiktion zur Folge hat. ...

An der Allein-Autorenschaft von Herrn Singler im urheberrechtlichen Sinne bestehen keine Zweifel. Nicht einmal Herr (...) behauptet, dass er an den Gutachten irgendetwas selbst formuliert habe. Seine Mitarbeit beschränkte sich auf die Archivarbeit."

 

Schreiben an Rektor vom 10.02.2016

 

"Mainz, den 10.02.2015 (sic! 2016)

 

Betr.: Ihr Schreiben vom 8.2.2015 (sic! es muss heißen: 2016) / „Verbesserungen“ bzw. Änderungswünsche  der Gutachten zur Dopinggeschichte der Freiburger Sportmedizin

 

Sehr geehrter Herr Rektor Professor Schiewer,

für Ihr Schreiben vom 8.2.2015 (sic!) bedanke ich mich. Grundsätzlich begrüße ich, dass es nunmehr Fortschritte auf dem Weg zum Abschluss zu geben scheint. Ich kann nach oberflächlicher Durchsicht in Bezug auf ihre „Verbesserungswünsche“ sagen, dass es eine Reihe von Einwänden gibt, die sich rasch beseitigen lassen. Anderen Wünschen dagegen werde ich keinesfalls entsprechen können, das sei schon einmal angekündigt. Mir erscheint bei einigen Einwänden zu wenig berücksichtigt, dass aus datenschutzrechtlicher Sicht bei Personen der Zeitgeschichte des Dopings im Sport der Persönlichkeitsschutz hinter dem öffentlichen Interesse an den wissenschaftlichen Ausführungen zurücktreten muss.

Was die von Ihnen angebotene Bezahlung angeht, so finde ich diese keineswegs angemessen, ich empfinde sie vor dem Hintergrund des hohen Umfangs an nach wie vor unbezahlter Arbeit, die ich seit Juli 2015 geleistet habe und der Ausgaben, die ich dafür zu leisten hatte, eigentlich eher kleinlich. Ich hatte zudem gehofft, Sie könnten sich zu einer Lösung durchringen, die meine nach wie vor im Raum stehenden und nach Gewerkschaftsinformationen sehr fundierten arbeitsrechtlichen Forderungen überflüssig machen würde, also z.B. die rückwirkende Zahlung von Urlaubsgeld, das bei arbeitnehmerähnlich beschäftigten freien Mitarbeitern ab einem gewissen Umfang nun einmal zu leisten ist. Die geschlossenen Einzelverträge, die jeweils für wenige Monate gedacht waren, widersprechen angesichts eines insgesamt ca. sechsjährigen Beschäftigungsverhältnisses, bei dem weitaus mehr als 50 Prozent meines Einkommens durch die Arbeit für die Kommission bzw. das Universitätsklinikum bestritten wurden und Nebentätigkeiten nur in begrenztem Umfang vertraglich zulässig waren, geltendem Arbeitsrecht und sind vermutlich in dieser Form auch sittenwidrig. Ich bin sicher, dass Ihre tüchtigen Rechtsberater Ihnen das rasch bestätigen werden. Vermutlich werden Ihnen die Arbeitsrechtler auch sagen, dass das Klinikum über die letzten Jahre einer Verpflichtung zur Zahlung von Sozialabgaben, in meinem Fall an die Künstlersozialkasse, unterlag, der sie vermutlich nicht nachgekommen ist. Ich werde diesbezüglich bei der KSK nachfragen bzw. dort auf den Fall aufmerksam machen.

ich werde, um weitere Verzögerungen zu vermeiden, gleichwohl die Arbeiten jetzt in dem Umfang, in dem mir das möglich ist, fortsetzen. Dies ist allerdings sehr schwierig, da ich einerseits darauf angewiesen bin, durch andere anstehende publizistische Tätigkeiten Geld zu verdienen. Zudem arbeite ich an wichtigen japanologischen Publikationen, für deren Fertigstellung mit Verlag und Herausgeber einer japanologischen Reihe klare Zeitlinien vereinbart worden sind.

Eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung erscheint mir abgesehen davon aber unvermeidlich, auch wenn ich sie bis zur Fertigstellung der Manuskripte zunächst hinten anstellen werde. Die nötigen Fristen sind durch die Formulierung meiner Forderungen vor einigen Monaten sicherlich noch gewahrt. Der Einfachheit halber appelliere ich aber noch einmal an Sie, diesen berechtigten Forderungen mit einem vernünftigen Angebot näherzutreten. Ich kann Ihnen hiermit anbieten: Mit einem Gesamtbetrag von 25.000 Euro zuz. USSt. wären für mich sämtliche Forderungen ausgeräumt."

 

 

Schreiben Singler an Rektor vom 16.06.2016

 

"Mainz, den 16. Juni 2016

 Betr.: Arbeitsrechtliche Forderungen, mein Schreiben vom 15.04.2016

 Sehr geehrter Herr Professor Schiewer,

 

ich möchte noch einmal an mein Schreiben vom 15.4. in Bezug auf meine arbeitsrechtlichen Forderungen hinweisen, zu dem Sie inhaltlich nicht Stellung genommen haben. Sollten Sie der von mir skizzierten gütlichen Einigung nicht zustimmen können, werde ich einen Rechtsanwalt mit Sache betrauen und Klage gegen das Klinikum einreichen. Sie lassen mir leider keine andere Wahl. Ich hatte nun bereits vor fast einem Jahr auf die Problematik aufmerksam gemacht und immer wieder vergeblich gütliche Lösungen angeboten. Dies finde ich alleine deshalb besonders bedauerlich, weil die Rechtslage hier wirklich sonnenklar ist." 

 

 Schreiben Singler an Rektor vom 02.07.2016

 

"...Zudem: Ich arbeite seit nunmehr fast einem halben Jahr hochumfänglich an der Weiterbearbeitung der Texte in Ihrem Auftrag. Sie haben mir bis heute keine verbindliche Lösung vorstellen können, wie Sie das bezahlen wollen. Ich muss zugunsten dieser Tätigkeit permanent Aufträge ablehnen, momentan kosten Sie mich sehr viel Geld. Ich schlage Ihnen daher hiermit eine Pauschale von 7500 Euro zuz. 7 % USSt. für jedes von mir verfasste Gutachten vor für den Zeitraum Februar bis Juli 2016 vor. Mit jedem weiteren Monat biete ich die Bereitschaft zu Weiterarbeit für jeweils weitere 1000 Euro pro Einzelgutachten an. Alternativ käme ein Stundenlohn von 200 Euro zuz. 7 % USSt. in Frage – das entspricht dem, was Frau Paoli (Anmerkung 17.03.2017: zugunsten ihres Drittmitteletats an der Universität in Leuven) bekommt, die bekanntlich keinerlei Ergebnisse vorlegen konnte. Damit kämen drei bis vier Mal so viel an Honorar zusammen wie jetzt im Moment von mir noch akzeptiert.

Sobald Sie mir die Zahlungen für das vergangene halbe Jahr verbindlich bestätigen, werde ich mich mit den Prüfergebnissen Ihres Rechtsberaters zum Telekomgutachten gerne weiter auseinandersetzen. ...

Auch haben Sie auf meine arbeitsrechtlichen Forderungen trotz einer letzten Fristsetzung von 14 Tagen – eben vor zwei Wochen – wiederum nicht reagiert. Im Raume steht u.a. die Forderung nach Urlaubsgeld sowie nach Honorarfortzahlung nach Juni 2015 bis Januar 2016 (gesetzt, dass der Zeitraum ab Februar 2016 gütlich geregelt werden kann). 

...

Mir ist klar, dass Sie mich nicht ernst nehmen, so wie Sie insgesamt die Arbeit der Kommission viel zu lange nicht so recht ernst genommen haben. Arbeitsrechtlich müssen Sie sich dann ab jetzt eben mit meinem Anwalt auseinandersetzen"

 

E-Mail an Rektor, 08.07.2016, 13.24 Uhr

 

"Arbeitsrechtliche Forderungen: Was glauben Sie eigentlich, mit wem Sie es hier zu tun haben, Herr Professor Schiewer? Mir ist klar, dass meine Klage gegen das Universitätsklinikum zum Ziel haben wird. Dieses hat sich aber im Prozess der Einigung für nicht zuständig erklärt und in der Sache an Sie verwiesen. Das wissen Sie doch alles. Warum tun Sie ein so wichtiges Problem in einer solchen ignoranten Lässigkeit einfach ab? 
Sehr geehrter Herr Professor Schiewer, ich hoffe sehr, dass wir den Abschluss gemeinsam schaffen, aber ohne Ihr konstruktives Mitwirken wird das nicht gelingen. 
Ich werde mich den Arbeiten über die skizzierten Schritte hinaus dann wieder zuwenden, wenn a) die Fragen des Arbeitsrechts geklärt sind und b) die Weiterfinanzierung auch von nun an rechtsverbindlich geklärt ist. Bis dahin ist das Buch für mich dann erst einmal zu"

 

E-Mail an Rektor, 08.07.2016, 13.02 Uhr 

 

"Die Honorierung für die Gutachten erfolgte für deren Erstellung. Publikationsgenehmigungen sind aus meiner Sicht nur insofern damit verbunden, als Sie als Auftraggeber Ihren Pflichten im Aufklärungsprozess vollständig nachkommen. Das ist jetzt leider für mich nicht mehr erkennbar, da Sie wider besseres Wissen meine Eigenschaft als Alleinautor offenbar in Zweifel ziehen - es handelt sich hierbei aber nicht um eine offene Frage, die erst noch zu klären wäre.

Wenn Sie weiter nach der Pilatus-Methode wie in den vergangenen sechs oder sieben Jahren verfahren möchten, dann sage ich Ihnen auch für Ihr Erscheinen im öffentlichen Diskurs nicht Gutes voraus."

 

Schreiben Singler an Rektor, 28.07.2016

Mainz, den 28.07.2016

Betr.: Abschluss der Arbeiten

Sehr geehrter Herr Rektor Professor Schiewer,

vielen Dank für Ihr heutiges Schreiben. ... 

Ansonsten muss ich bedauerlicherweise feststellen, dass wir offenbar kaum mehr eine gemeinsame Basis haben, die geleistete Arbeit nunmehr zu einem für beide Seiten befriedigenden Abschluss zu bringen. Ich muss Ihnen deshalb leider mitteilen, dass ich zu den von Ihnen genannten finanziellen Bedingungen vorerst keine Veranlassung mehr sehe, mein Engagement fortzusetzen. Es kann m.E. keinen vernünftigen Zweifel daran geben, dass mein hochumfängliches Engagement in diesem Prüfprozess nur dann zu den von Ihnen genannten Bedingungen hätte stattfinden können, wenn dieses in einem vertretbaren Zeitraum stattgefunden hätte, der aber keinesfalls hätte ein ganzes Jahr betragen dürfen.

Nach gemeinsamen Beschlüssen von Kommission und Ihnen im Jahr 2011 betrug dieser Zeitraum nämlich lediglich zwei Monate. Auch wenn man bedenkt, dass durch den hohen Umfang der Arbeiten es schwer geworden wäre, selbst ohne jegliche Panne Ihrerseits einen solchen Zeitraum einzuhalten, so erscheint mir doch mittlerweile der jetzt bereits verstrichene Zeitraum (zwischen zweieinhalb Jahren und zehn Monaten pro Einzelgutachten) unverhältnismäßig.

Hinzu kommt, dass ich nunmehr seit einem Jahr völlig unbezahlt immer weiter Arbeiten für Sie und die Universität Freiburg verrichte, wobei selbst heute noch kein Ende abzusehen ist. Bis alle fünf von mir verfassten Gutachten veröffentlicht sind, werden – das bisherige Tempo hochgerechnet – zweifellos noch mindestens weitere sechs bis neun Monate ins Land gehen. Das widerspricht aber nicht nur meinen Vorstellung über eine faire finanzielle Honorierung meiner Arbeiten, sondern auch denen zu meinen sonstigen beruflichen Tätigkeiten und Plänen. Ich hatte Ihnen bereits geschrieben, dass mich die Arbeit für Sie mittlerweile viel Geld kostet, da ich andere Projekte verschieben und andere Möglichkeiten, Geld einzunehmen, absagen muss.

Ich kann mir das Engagement für Sie jetzt einfach nicht mehr länger leisten.

Daher werde ich die Tätigkeiten so lange ruhen lassen, bis wir uns insgesamt auf einen angemessenen Finanzrahmen verständigen können, der alle offenen Fragen für mich rechtssicher abklärt. Gehen Sie davon aus, dass Sie bzw. das Klinikum mir für meine Arbeiten nach Kündigung meines Vertrages durch das Klinikum, der von mir fristgemäß widersprochen wurde, für Juli 2015 noch 2500 Euro zuz. USSt. schuldet. Alsdann fallen seither pro Monat 5000 Euro an. Insofern sehe ich nunmehr, Stand Ende Juli 2016, einen Rechtsanspruch von 62.500 Euro zuz. 7 % USSt. sowie ein daraus sich ableitendes gesetzliches Urlaubsentgeld für arbeitnehmerähnlich freie Mitarbeit. Zudem schuldet das Klinikum mir für die zurückliegenden Jahre ein aus den jeweiligen Jahresumsätzen sich errechnendes Urlaubsgeld sowie Nachzahlungen der Umsatzsteuer. Für jeden weiteren angebrochenen Monat bis Abschluss der Arbeiten erwarte ich eine Zusage von mindestens 5000 Euro an Honorar zuz. 7 % Umsatzsteuer sowie dem daraus sich ergebenden Urlaubsentgelt. Alternativ ist auch ein Stundenhonorar von 200 Euro vorstellbar."

 

E-Mail an Rektor, 26.08.2016

An: Rektor

Kopie: ..., (MWK)

Aw: Publikation Gutachten Team Telekom/T-Mobile 

"Sehr geehrter Herr Professor Schiewer, 

hiermit übersende ich Ihnen die letzte aktualisierte Fassung des Telekomgutachtens zur Veröffentlichung. Es gelten die Bedingungen der Ihnen bereits übermittelten Publikationsfreigabe. Die Publikation kann also nur dann mit meiner Zustimmung erfolgen, wenn die Universität tatsächlich sämtliche juristischen Risiken abdeckt. Ihre u.a. Formulierung gibt das leider nicht her, da nach ihr der rechtliche Schutz selbst im (äußerst unwahrscheinlichen) Fall von fehlerhaften Angaben, auch wenn sie nicht vorsätzlich erfolgt sein mögen, vermutlich automatisch erlöschen würde. So geht das aber nicht. Bitte präzisieren Sie das und bedenken Sie dabei, dass Sie gegenüber einem Autoren, der in Ihrem Auftrag Wesentliches zur Aufklärung der Dopingvergangenheit an der von Ihnen vertretenen Institution beiträgt, eine Fürsorgepflicht haben, der Sie gerecht werden müssen.
Die Medien werde ich von der Ihnen und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst bereits angekündigten Einstellung der Zusammenarbeit nach Publikation dieses wichtigen Gutachtens informieren. Vor einer rechtsverbindlichen Einigung über alle ausstehenden arbeitsrechtlichen und honorartechnischen Fragen kann es eine weitere Zusammenarbeit aus meiner Sicht nicht mehr geben. Betrachten Sie die Bereitschaft, das Telekomgutachten noch gemeinsam zu publizieren, als letztes Zeichen guten Willens. Damit würdige ich auch, dass Sie mich (Anmerkung 17.03.2017: gemäß der Beschlüsse der gemeinsamen Sitzung der Evaluierungskommission mit Ministerin Bauer Ende Februar 2015 in Stuttgart) mit der Fertigstellung dieses Gutachten noch zu einem Zeitpunkt ausdrücklich beauftragt hatten, an dem ich bereits meinen Abschied aus der Kommission angekündigt hatte. 
D.h. ansonsten aber, die drei ausstehenden Gutachten zu „Systematischen Manipulationen im Radsport und Fußball“, Prof. Klümper und Prof. Keul werden nach jetzigem Stand nicht von der Universität Freiburg veröffentlicht werden, sondern durch mich selbst. Denkbar ist auch, die Texte auf anderem Wege der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, etwa in Form einer Bereitstellung für Medien zu deren eigenverantwortlicher Berichterstattung. Ihre Sorge, wichtige Informationen könnten die Öffentlichkeit aufgrund von arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen nicht oder nur mit unvertretbarer Verzögerung erreichen, wäre also unbegründet." 

 

E-Mail an Rektor, 30.08.2016

"Sehr geehrter Herr Professor Schiewer, 
vielen Dank für die Übersendung der aktualisierten Pressemitteilung zum Gutachten Telekom. Aus meiner Sicht spricht nichts gegen die sofortige Publikation des Gutachtens unter den von mir benannten Rahmenbedingungen.
Auch für Ihr Gespächsangebot bedanke ich mich. Mir ist durchaus bewusst, dass ich mich - wann immer ich das für geboten halte - anwaltlich vertreten lassen darf. Leider haben Sie keine Zusage für die Kostenübernahme gegeben. 
Mir scheint aber in Bezug auf meine berechtigten arbeitsrechtlichen Forderungen ohnehin alles gesagt, da Sie sich in der Sache leider zuletzt eher rückwärts als vorwärts bewegt haben und keinerlei Einigungswillen gezeigt haben. Insofern müssen meine Forderungen, die sich mittlerweile insgesamt auf ca. 80.000 Euro belaufen (monatliche Honorarfortzahlungen, Urlaubsentgelte) und jeden verstrichenen Monat weiter ansteigen, dann eben vor Gericht verhandelt werden." 

 

Schreiben an Rektor: 31.10.2016

"Betr.: Honorarvorauszahlungen / fehlende Mehrwehrtsteuer / Aufforderung zur Zahlung von ausstehenden Honoraren zuz. Urlaubsentgelt

 

Sehr geehrter Herr Professor Schiewer,

mit einiger Überraschung habe ich nach meiner Rückkehr aus Japan den Eingang von 8000 Euro auf meinem Konto ohne vorangegangene Rechnungsstellung verzeichnet. Mehrwertsteuer (7%) wurden dabei nicht berücksichtig. Ich mache darauf aufmerksam, dass diese höchst ungewöhnliche Art der Überweisung ohne Rechnungstellung nicht dazu führen kann, dass ich mich in unserer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung Ihrer Rechtsauffassung anschließe. Ich werte diese Überweisung daher als Vorschuss auf die von mir erhobenen arbeitsrechtlichen Forderungen, die insbesondere einerseits in der Bezahlung von Urlaubsentgelt besteht, andererseits in der Verpflichtung Ihrerseits zur Fortzahlung von Honoraren von 5000 Euro pro Monat nach Kündigung des Vertrags.

Diese Verpflichtung ergibt sich daraus, dass der Anlass meiner Beschäftigung mit Ihrer Bestellung zum Kommissionsmitglied in der Fertigung von wissenschaftlichen Werken zur Geschichte des sportmedizinischen Dopings an Klinikum und Universität bestand. Dieser Auftrag ist bekanntlich nach wie vor existent, insofern sind Sie auch zur Zahlung vereinbarter Honorare – zuletzt eben 5000 Euro/Monat zuz. 7 % USSt. – rechtlich nur logisch, ebenso die Verpflichtung zur Bezahlung von Urlaubsentgelt. 

Ich bitte nunmehr um Überweisung der vollständigen Honorarsumme (14 Monate x 5000.- zuz. 7 % USSt. und setze Ihnen dafür eine Frist von 14 Tagen. Die von Ihnen überwiesenen 8000 Euro verbuche ich vorerst unter Urlaubsentgelt-Vorauszahlung."

 

Schreiben des Rektors vom 18.11.2016

 

"Alle weiteren Punkte, die Sie in Ihren Schreiben der letzten Zeit angeführt haben, lassen sich aus meiner Sicht am besten in einem direkten Gespräch klären. Deshalb möchte ich mein Angebot dazu erneuern. Ich biete Ihnen an, die Kosten für die Reise und für eine Anwaltsbegleitung zu diesem Gespräch zu übernehmen."

 

Im Dezember 2016 dann erweckte der Rektor zwei Mal in Schreiben den Eindruck, eine Einigung sei nun plötzlich doch möglich, ich möge aber vorher noch rasch das Gutachten zu Joseph Keul zur Publikation übersenden und freigeben. Auf dringenden anwaltlichen Rat sah ich davon aber ab. Ich habe das Verhalten des Rektors angesichts seiner lächerlich geringen Kompromissbereitschaft in der Sitzung vom 2. Februar 2017 dann als Hinterhältigkeit empfunden und deshalb zunächst kein eigenes Angebot mehr unterbreitet. Es ist aber eine Lüge zu behaupten, ich hätte nur gegen Zahlung einer öffentlich genannten hohen Summe zustimmen wollen. Und es war der Rektor - und nicht etwa ich! - der über seine Anwälte mit Schreiben vom 27.02.2017 den "Einigungsversuch" mit Wirkung vom 13.03.2017 als "endgültig gescheitert" erklärte. 

 

    

Schreiben des Rektors, 1. Dezember 2016 - Rektor täuscht Einigungswillen vor und will schon einmal das Keul-Gutachten haben

 

"Sehr geehrter Herr Dr. Singler,

ich freue mich, dass Sie mein Gesprächsangebot annehmen, und ich bin zuversichtlich, dass wir die im Raum stehenden Punkte klären können. ... 

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass das Gespräch konstruktiv und ohne Vorbedingungen geführt werden kann. Ich bitte Sie deshalb noch einmal nachdrücklich, die finale Fassung des Gutachtens über Joseph Keul zu übersenden, damit es so bald wie möglich publiziert werden kann."

 

Schreiben des Rektors, 23. Dezember 2016 - Rektor täuscht erneut Einigungswillen vor und will schon einmal das Keul-Gutachten haben

 

"Ich bitte Sie daher dringend, umgehend die publikationsfähige Fassung dieses Gutachtens zu übergeben. Ich halte das vor dem Hintergrund, dass wir uns unsererseits um eine Klärung Ihrer vertragsrechtlichen Fragen im Dialog bemühen, für geboten."

 

 

Vorgeschichte - Rektor begrüsste Veröffentlichung vom 02. März 2015

Der Anfang des Rechtsstreits um ausstehende Honorare lässt sich zurückführen auf meine Pressemitteilung vom 2. März 2015, mit der ich über das bevorstehende Gutachten zu "Systematischen Manipulationen im Radsport und Fußball" informierte. Deshalb, so will der Rektor wohl glauben machen, sei mein Rückzug aus der Kommission unvermeidlich gewesen. Der Gang an die Öffentlichkeit war notwendig geworden, weil die Vorsitzende der Kommission in mehreren öffentlichen Mitteilungen das Interesse der Medien auf die Akten der Staatsanwaltschaft Freiburg zu zwei Ermittlungsverfahren gegen Prof. Klümper ab 1984 gelenkt hatte und daher auch Journalisten der Zugang zum Archiv gewährt worden war. Deshalb sah ich mich zum Handeln veranlasst. Von meinem bevorstehenden Plan war zuvor nicht nur knapp die Hälfte der damaligen Kommission in Kenntnis gesetzt, sondern auch der Rektor. Der hatte die Aktion ausdrücklich gebilligt, wie u.a. E-Mail beweist:
"Lieber Herr (...),
 
vielen Dank für Ihr Engagement am Wochenende. Angesichts der von Paoli angeheizten journalistischen Neugier ist es vernünftig und notwendig, sachlich zu informieren. Ich melde mich bis 9.30 h, wenn ich Kontakt mit meiner Pressestelle gehabt haben werde.
 
Herzliche Grüße
Ihr
Hans-Jochen Schiewer"