Zum Stand der fünf wissenschaftlichen Doping-Gutachten - Veröffentlichung der fertigen Gutachten auf dieser Website (Stand 26.03.2017)

Rund vier Jahrzehnte lang wurden an der Universität und dem Universitätsklinikum Freiburg in zwei unterschiedlichen Abteilungen immer wieder Sportler durch Ärzte gedopt. Nachdem der Dopingskandal um das T-Mobile-Team 2007 enthüllt worden war, beschäftigen sich zwei Kommissionen im Auftrag der Universität Freiburg mit den Vorkommnissen. Andreas Singler war von 2012 bis 2015 Mitglied der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin, die zurückgehend bis zu Professor Herbert Reindell die Freiburger Sportmedizin auf etwaige Dopinghandlungen untersuchte. Er verfasste insgesamt fünf Gutachten aus historisch-soziologischer Sicht. Die bisher publizierten Ergebnisse sowie die Gutachten des Physiologen Professor Dr. Wolfgang Jelkmann zu wissenschaftlichen Publikationen der sportmedizinischen Abteilung und des Strafrechtlers Professor Dr. Heinz Schöch finden sich auf der Website der Universität Freiburg:

 

https://www.uni-freiburg.de/universitaet/einzelgutachten

 

Widerrechtlich veröffentlichte die Universität Freiburg am 20.03.2017 das Gutachten zu Professor Keul. Dieses wurde ihr ausdrücklich untersagt, die rechtliche Würdigung dieser rechtswidrigen Aktion läuft nun an. Der Universität Freiburg wurde desweiteren untersagt, auch die Gutachten zu Professor Reindell und zum Doping beim Team Telekom/T-Mobile selbst weiter zu veröffentlichen. Die Zustimmung zur Publikation der Texte war nur unter dem Vorbehalt zu begreifen, dass die Universität auch ihren Honorarverpflichtungen vollständig nachkommen würde. Die Gutachten wurden nun stattdessen auf dieser Website veröffentlicht (s.u.).

  

Medienberichte zum "Telekom-Gutachten":

 

http://www.swr.de/swraktuell/bw/suedbaden/neues-freiburger-doping-gutachten-systematisches-doping-bei-der-telekom/-/id=1552/did=18062242/nid=1552/14zlz9j/index.html

 

http://www.spiegel.de/sport/sonst/team-telekom-uni-freiburg-erhebt-neue-dopingvorwuerfe-a-1110376.html

 

Gutachten zu Professor Keul (ca. 400 Seiten):

 

Das Gutachten zu Joseph Keul ("Joseph Keul: Wissenschaftskultur, Doping und Forschung zur pharmakologischen Leistungssteigerung") wurde aufgrund der von der Universität Freiburg beendeten Einigungsverhandlungen im Honorarstreit zunächst den Medien zur Einsicht überlassen und für die Berichterstattung ab 18. März 2017 freigegeben. Es durfte und darf auch weiterhin nicht durch die Universität selbst veröffentlicht werden.

 

Das Gutachten war, damit wichtige Erkenntnisse möglichst rasch der Öffentlichkeit mitgeteilt werden konnten, Medien vorab zur Einsicht überlassen worden. Diese konnten dann eigenverantwortlich darüber berichten. Die Deutsche Presse-Agentur versandte am Samstag, 18. März 2017, einen Artikel, der zunächst in zahlreichen Online-Medien aufgegriffen wurde, z.B.:

 

http://www.sueddeutsche.de/sport/doping-brd-olympia-arzt-soll-doping-vertuscht-haben-1.3425876

 

Der Deutschlandfunk berichtete ebenfalls am 18. März über das Gutachten:

http://www.deutschlandfunk.de/freiburger-doping-skandal-wissenschaftler-veroeffentlicht.2851.de.html?drn:news_id=723100

 

Die Zeitung "Der Sonntag" (http://www.der-sonntag.de/) berichtete am 19. März:

 

http://img.der-sonntag.de/dso-epaper/pdf/DS_frs_19.03.2017.pdf

 

Am 20. März 2017 veröffentlichte die Universität hinterrücks und widerrechtlich das Keul-Gutachten auf ihrer Website. 

 

http://www.deutschlandfunk.de/doping-vergangenheit-in-freiburg-streit-ueber.890.de.html?dram:article_id=381794

 

Die Universität wurde durch mich aufgefordert, das Gutachten umgehend von der Website zu nehmen:

"Gleichwohl sind Sie im eigenen Interesse zur umgehenden Entfernung des Gutachtens von der Website der Universität Freiburg verpflichtet. Ich fordere Sie auf, mir deshalb umgehend zu bestätigen, dass Sie diesen rechtswidrigen Akt sofort rückgängig machen. Zudem hielte ich eine aufrichtige Entschuldigung mir gegenüber für angemessen. Ich an Ihrer Stelle würde spätestens an diesem neuerlichen Tiefpunkt vom Amt des Rektors zurücktreten."

 

 

Stand des erstens Gutachtens zu Professor Klümper (ca. 530 Seiten):

 

Der Prüfprozess zum Gutachten "Armin Klümper und das bundesdeutsche Dopingproblem: Strukturelle Voraussetzungen für illegitime Manipulationen, politische Unterstützung und institutionelles Versagen" (Singler und Treutlein 2015a) dauert - anders als vom Rektor in den vergangenen Tagen (ab 14. März 2017) behauptet wurde -  leider auch fast zwei Jahre nach Abgabe des Textes noch immer an.

 

Zwar liegen dazu inzwischen endlich neuerliche Prüfergebnisse vor, diese müssen aber durch den verantwortlichen Autor zunächst noch aufwendig aus wissenschaftlicher Perspektive geprüft und ggf. angenommen oder aber verworfen werden. Das ist derzeit aufgrund der gescheiterten Honorarverhandlungen allerdings nicht möglich.

 

Inhaltsverzeichnis, Einleitung und Schlusskapitel wurden vorab auf dieser Website veröffentlicht: 

 

https://www.andreas-singler.de/doping-forschung-ドーピング/leseproben/inhaltsverzeichnis-leseproben-zusammenfassung-gutachten-armin-klümper/

 

 

Stand des zweiten Gutachtens zu Professor Klümper (ca. 90 Seiten): 

 

Der Prüfprozess zum Gutachten "Systematische Manipulationen im Radsport und Fußball: Wissenschaftliches Gutachten zu neuen Erkenntnissen zum Doping in der Bundesrepublik Deutschland im Zusammenhang mit dem Wirken von Armin Klümper" (Singler 2015a) ist anders als behauptet noch immer nicht abgeschlossen. Vermutlich aufgrund meiner auf dieser Website verlinkten Stellungnahmen dazu u.a. im DLF und in der taz sowie hier auf dieser Website hat sich der Rektor am Freitag, 17. März 2017, veranlasst gesehen, die Überprüfungen durch einen inzwischen dritten eingeschalteten Rechtsanwalt außerhalb der Tore Freiburgs endlich zu übersenden. Damit gesteht der Rektor automatisch ein, dass er vorher die Öffentlichkeit unrichtig informiert hatte, wenn er behauptete, der Prüfprozess sei bereits abgeschlossen gewesen.

 

Die Bearbeitung der Hinweise dieses inzwischen fünften von Seiten der Universität gegen mich aufgebotenen Anwalts (inkl. zweier Anwälte zu den Honorarstreitigkeiten) ist allerdings erst möglich, wenn eine Einigung über die zu leistende Bezahlung erfolgt ist. Nach den diskreditierenden Äußerungen gegen mich am 14. und in Englisch noch einmal wiederholt am 15. März 2017 ist das unwahrscheinlicher denn je. Sollte der Rektor also auch weiter behaupten, die rechtliche Prüfung der Gutachten sei abgeschlossen, dann ist das auch weiterhin falsch. Auch hier wird eine Veröffentlichung "auf eigene Faust" erfolgen müssen.

 

E-Mail Rektor an A. Singler vom 17.03.2017: 

 

"Sehr geehrter Herr Dr. Singler,


anbei schicke ich Ihnen die Ergebnisse der Rechtsprüfung zu Ihrem Gutachten mit dem Titel ‚Systematische Manipulationen im Radsport und Fußball’. Da der SC Freiburg betroffen ist, haben wir Ihr Gutachten außerhalb Freiburgs prüfen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Hans-Jochen Schiewer"

 

Neue Prüfergebnisse: Unfassbar - Doping ist, was Wikipedia darunter versteht!

 

Nach Durchsicht der über 20-seitigen Bemerkungen des neuen Anwalts lässt sich bereits sagen, dass eine Einigung im Prüfprozess kaum Aussicht auf Erfolg hat, da einige dieser Hinweise aus wissenschaftlicher Sicht so absurd anmuten, dass ein seriöser Wissenschaftler ihnen auf keinen Fall nachkommen kann. So wird von dem neuen Anwalt verlangt, statt einer wissenschaftlichen geleiteten Definition des Dopingbegriffes bzw. des Begriffes "systematisches Doping"  im Fall einer Publikation eine Definition von Doping zu verwenden, die mit Wikipedia kompatibel sei.

 

"Es kommt für die Bewertung von Prozessrisiken nicht darauf an, was bestimmte Fachkreise unter 'systematischem Doping' verstehen. Im Falle einer Veröffentlichung ist vielmehr darauf abzustellen, wie das breite Publikum diese Worte versteht. Aus diesem Grund wird hier bewusst auf Veröffentlichungen im Internet (z.B. Duden, Wikipedia) abgestellt, um das allgemeine Begriffsverständnis zu erläutern." 

 

Kann das sein, dass da einer gerade die grundgesetzlich geschützte Freiheit der Wissenschaft ein klein wenig abschafft? Und das im Auftrag des Rektors einer bedeutenden deutschen wissenschaftlichen Institution? - Oder, um es in einer internetgemäßen Sprache zu sagen: Echt jetzt?!

 

Einen Freiburger Anwalt zu betrauen, traute sich die Universität bei diesem Gutachten nicht, da der SC Freiburg ebenfalls Gegenstand der Ausführungen ist. Die Logik ist aber nicht ganz klar. Bei allen Gutachten geht es um Freiburg, wenn auch im Kern "nur" um die Universität und um das Universitätsklinikum. Warum dürfen da Freiburger Anwälte prüfen?

 

 

Androhung gerichtlicher Schritte

 

Die Universität Freiburg hat angedroht, die Herausgabe der noch nicht veröffentlichten Gutachten auch ohne eine Einigung über die dafür zu leistenden Honorierung für umfangreich bereits geleistete Arbeiten sowie auch jetzt noch anstehende weitere Arbeiten notfalls auf gerichtlichem Wege erzwingen zu wollen. Um einer möglichen Einstweiligen Verfügung entgegenzuwirken, wird bei Gericht dazu wohl eine Schutzschrift hinterlegt werden, die die in verschiedener Hinsicht unrichtigen und unwahren Aussagen der Universität bzw. ihres Rektors widerlegen. Zudem werden, um öffentlich Transparenz zu schaffen, auf u.a. Seite die geeigneten Beweismittel veröffentlicht. Dadurch wird auch das problematische Gesamtverhalten der Universität und des Rektors dokumentiert (Seite ist derzeit offline).

 

Gutachten zum download

Die fertigen Gutachten und ihre Zusammenfassungen werden hier kostenlos zum Download bereitgestellt.

Erbeten wird jedoch eine Spende in beliebiger Höhe für die Doping-Opfer-Hilfe e.V.

 

http://no-doping.org/doping-opfer-hilfe/

 

Zum Spendenkonto der DOH e.V. geht es hier entlang: http://no-doping.org/spendenkonto/

 

Download
"Herbert Reindell als Röntgenologe, Kardiologe und Sportmediziner: Wissenschaftliche Schwerpunkte, Engagement im Sport und Haltungen zum Dopingproblem" (Mainz 2014; Mitarbeit: Lisa Heitner)
Mit dem Gutachten wird eine Abgrenzung ermöglicht zwischen Professor Dr. Herbert Reindell und seinen beiden hochbelasteten Nachfolgern Professor Dr. Joseph Keul und Professor Dr. Armin Klümper. Deren Doping und Dopingförderung kann nicht mehr, wie das häufig in Medien und in einer anderen Studie behauptet wird, auf Herbert Reindell zurückgeführt werden. Gleichwohl gibt es auch Kritik an Reindell zu äußeren - für das systematische Doping in Westdeutschland zeichnet er jedoch nach jetzigem Kenntnisstand nicht verantwortlich.
Gutachten Herbert Reindell.pdf
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Zusammenfassung Gutachten Herbert Reindell
Zusammenfassung Gutachten Herbert Reinde
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"Doping beim Team Telekom/T-Mobile: Wissenschaftliches Gutachten zu systematischen Manipulationen im Profiradsport mit Unterstützung Freiburger Sportmediziner" (Mainz 2015; Mitarbeit: Lisa Heitner)
Mit dem Gutachten wird der bereits geführte Nachweis bestätigt und präzisiert, dass Doping bei Team Telekom und T-Mobile systematisch und u.a. zentral gesteuert aus der sportmedizinischen Abteilung des Freiburger Universitätsklinikums und durch Wissenschaftler der Universität Freiburg betreut und organisiert durchgeführt wurde. Der Verdacht besteht, dass die Neugründung des Teams 1991 im Zeichen des Dopings stand und dass dies auch den ausgesprochenen oder unausgesprochenen Erwartungen des Auftraggebers entsprach. Beweisbar ist anhand der Ermittlungsakten des Bundeskriminalamtes, dass beim Sponsor T-Mobile bereits 2006, also bereits im Jahr vor dem Untergang, Kenntnisse zu diesem Doping vorlagen. Gezeigt wird, dass der Bericht der Expertenkommission unzureichend und insofern auch teilweise revisionsbedürftig war. Aufgezeigt wird auch, dass der Dopingskandal nahtlos überging in einen Skandal seiner Aufarbeitung durch Universität und Universitätsklinikum.
Gutachten Telekom.pdf
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Zusammenfassung Gutachten "Doping beim Team Telekom/T-Mobile"
Zusammenfassung Gutachten Doping bei Tea
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"Joseph Keul: Wissenschaftskultur, Doping und Forschung zur pharmakologischen Leistungssteigerung" (Mainz 2015; Mitarbeit: Lisa Heitner)
Das Gutachten widmet sich zunächst den ethischen Voraussetzungen sportmedizinischer Arbeit, um so zu einer ethischen Basis für die Beurteilung der sportmedizinischen und wissenschaftlichen Arbeit durch Keul und unter Keul zu gelangen. Keul verbürgte im System westdeutschen Dopings die Rolle des Wissenschaftlers, der über die Produktion von Unschädlichkeitsfiktionen z.B. beim Anabolikadoping die medizinideologische Basis legte, auf der für den Sport und die Politik ernsthafte Gegenmaßnahmen gegen das verbreitete und seit Anfang der 1970er Jahre auch öffentlich gut bekannte Doping insbes. mit Anabolika verzichtbar erscheinen mochte. Aufgezeigt wird, wie er im Zuge immer deutlicher werdender Entfremdungsprozesse mit Sport und institutionalisierter Sportwissenschaft Anfang der 1990er Jahre eine Zuwendung zum Profiradsport vollzog, die von Anfang an im Zeichen des Dopings stand.
Gutachten Joseph Keul.pdf
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Zusammenfassung Gutachten Joseph Keul.pd
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Bericht der Expertenkommission 2009

https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/06_presse/pdfs-publikationen/Abschlussbericht.pdf

 

Der Bericht wird gemeinhin, auch von mir selbst, nach den Mitgliedern der "Kleinen Kommission" (auch: "Dopingkommission") Dr. Hans-Joachim Schäfer, Prof. Dr. Wilhelm Schänzer und Prof. Dr. Ulrich Schwabe zitiert (Schäfer, Schänzer & Schwabe oder Schäfer et al.). Allerdings hat sich bei der Durchsicht meiner ca. 4000 E-Mails zur Freiburger "Aufklärung" folgende E-Mail gefunden, die zeigt, dass die Mitglieder dieser Kommission nicht zugleich auch die Autoren des Berichts der Expertenkommission waren. Der Bericht wurde von einem Mitglied der Universität verfasst, ohne dass dies dem Bericht zu entnehmen wäre. Halbwegs ehrlich ist allerdings auch von den drei Mitgliedern der "Schäfer-Kommission" auch nicht als Autoren die Rede, sondern sie werden als "Mitglieder" vorgestellt - sehr ungewöhnlich!

 

E-Mail (...) an A. Singler, 28.09.2010

Übrigens: die Autorenrechte des Endberichts der Kleinen Kommission liegen bei deren Geschäftsstelle, da nicht Schäfer-Schwabe-Schänzer diesen geschrieben haben, sondern (...), mit der man dann im Streit auseinander gegangen sei, auch, weil sie zu sehr "Spionin" gewesen sei. Unglaublich!!“