Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan

Japans Atomkraftwerken droht wegen unzureichender Anti-Terror-Maßnahmen die Abschaltung. Keiner der nach dem Atomunfall von Fukushima wieder angefahrenen Meiler erfüllt laut Atomkontrollkommission momentan die erforderlichen aktuellen Sicherheitsbestimmungen. Bei deren Anwendungen würde bald wohl kein einziger Meiler mehr in Europa am Netz bleiben können.

Japans Justiz sieht sich häufig heftiger Kritik ausgesetzt, die immer wieder Zweifel an der modernen Rechtsstaatlichkeit des Landes aufkommen lassen. Nun hat das Obergericht Hiroshima, vergleichbar mit einem Oberlandesgericht in Deutschland, am 17. Januar mit einer Einstweiligen Verfügung die Genehmigung zur Wiederinbetriebnahme des Meilers 3 im Atomkraftwerk Ikata (Präfektur Ehime) auf der Insel Shikoku außer Kraft gesetzt. Das Urteil kommt einer Sensation gleich.
In Kürze will Japans Atomkraft-Industrie den lange gehegten Traum der Regierung vom Brennstoffkreislauf vollenden. Eine Gruppe von Gläubigen verschiedener Religionen - unter ihnen bekannte buddhistische Mönche, die seit langem gegen Atomkraft kämpfen wie Tanaka Tokuun (siehe Foto) - zieht nun dagegen vor Gericht.

Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan · 29. Dezember 2019
Tanaka Shun’ichi, frühere Vorsitzender der Atomkraft-Kontroll-Kommission, ärgert sich über den neuerlichen Vertrauensschwund der Branche durch die Korruptionsaffäre, in die zahlreiche Provinzpolitiker und Mitarbeiter des Energieunternehmens Kansai Denryoku (Kanden/KEPCO) verwickelt sind. „In dieser Form sieht die Atomkraft wahrscheinlich ihrem vollständigen Verschwinden entgegen“, so erklärte er im Interview mit der Zeitung Fukui Shimbun (11.12.2019).
Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan · 16. Dezember 2019
Die wochenlangen Proteste der Fischer der Insel Iwaishima waren erfolgreich: Das Energieunternehmen Chûgoku Denryoku hat nach einem Bericht der Zeitung Chûgoku Shimbun am 16. Dezember die vorläufige Einstellung von Voruntersuchungen für den geplanten Bau des AKW Kaminoseki bekanntgegeben. Damit werden die Bohruntersuchungen, mit denen die Existenz von aktiven Erdbebenbruchlinien ausgeschlossen werden soll, auf unbestimmte Zeit verschoben.

Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan · 16. November 2019
Die Proteste der lokalen Bevölkerung gegen Vorarbeiten zum Bau des geplanten Atomkraftwerks Kaminoseki gehen weiter. Auch am Freitag verhinderten Fischer vorbereitende Messungen zu Probebohrungen.

Anti-Atomkraft-Bewegung in Japan · 11. November 2019
Erstmals seit dem Atomunfall von Fukushima 2011 hat der japanische Eneregieversorger Chûgoku Denryoku in Kaminoseki-cho (Präfektur Yamaguchi) wieder mit Vorarbeiten zum geplanten Bau eines Atomkraftwerks begonnen. Die lokale Bevölkerung ist empört.

Eine Klägergruppe aus Hiroshima, unter Ihnen auch zahlreiche Atombombenüberlebende, streitet derzeit vor dem Distrikgericht Hiroshima für die Stilllegung des AKW Ikata auf der japanischen Hauptinsel Shikoku. Beim Verhandlungstag am 15. Mai 2019 verlas der Ingenieur Morimoto Michito (Bildmitte) eine Meinungserklärung vor Gericht, die er auch für den Abdruck und die Übersetzung auf dieser Website autorisierte.

I met Yoshida Risa yesterday in Musashisakai/Tokyo during a private group lecture (Ohanashikai お話会) about "Germany's road out of nuclear power" and energy shift issues. She was one of the two women in the center of a photo I took in summer 2012 at a demonstration against nuclear power held in Sakuragi-cho/Yokohama that went out to become the cover of my book "Sayonara Atomkraft".

IIn Bezug auf das geplante Atomkraftwerk Kaminoseki in der Präfektur Yamaguchi wurde die Klage von Fischern auf Entzug der Lizenz zur Landaufschüttung (umetate menkyo torikeshi) in der Bucht von Tanoura in der Japanischen Inlandsee vor dem Distriktgericht Yamaguchi am 23. Januar 2019 zurückgewiesen. Die Klagebefugnis (genkoku tekkaku) könne nicht bestätigt werden, hieß es.

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