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Tôkyôs Geschäftswelt glaubt nicht mehr an Olympia 2021

Mehrere Umfragen haben in den letzten Monaten ein negatives Meinungsbild der japanischen Bevölkerung wie auch der Wirtschaft zur Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2021 ermittelt. Nun zeigt eine neue Studie: Auch Tôkyôs Geschäftswelt glaubt angesichts der Corona-Krise nicht mehr an die Spiele im nächsten Jahr.

 

Eine Studie, die das auf Dienstleistungen zu Handel und Industrie (shôkô 商工) in der japanischen Hauptstadt spezialisierte Unternehmen "Tôkyô Shôkô Research" zwischen Ende Juli und Anfang August 2020 per Internet-Befragung durchführte,  ergibt nun einmal mehr: Nur noch eine Minderheit kann sich die Olympischen und Paralympischen Spiele in ihrer auf 2021 verschobenen Version vorstellen.

 

Mehr als die Hälfte der befragten 3327 Firmen spricht sich gegen die Abhaltung von Olympischen und Paralympischen Spielen inmitten der Corona-Krise aus. Für eine Absage sprechen sich 30,7 Prozent der befragten Firmen aus, 22,4 Prozent plädieren dafür, die Spiele erneut verschieben. 

 

22,3 Prozent der Befragten wollen die Veranstaltung wie geplant im nächsten Jahr abgehalten sehen. 19,3 Prozent sprechen sich für eine Veranstaltung mit ausgedünnter Publikumsbeteiligung aus, weitere 5,3 Prozent würden eine Veranstaltung ganz ohne Zuschauer befürworten. 

 

Als Begründung für die negativen Einstellungen gegen Olympia 2021 wurde mitgeteilt, dass während der  vermutlich auch im kommenden Jahr nicht beendeten Corona-Krise die Bewegungsfreiheit der Menschen voraussichtlich deutlich eingeschränkt sei. Die einst erhofften - von Wissenschaftlern aber fast einhellig ohnehin in Abrede gestellten - positiven wirtschaftlichen Effekte für die Wirtschaft seien unter diesen Voraussetzungen nicht mehr zu erwarten.

 

Die Stimmung der Wirtschaft in Japans Hauptstadt mutet mittlerweile geradezu fatalistisch an: Deutlich negative Effekte erwarten viele Firmen nämlich auch für den Fall der Absage, der Durchführung ohne Zuschauer oder der nochmaligen Verlegung.

 

Quelle: Asahi Shimbun, 4. September 2020:

https://www.asahi.com/articles/ASN9455XCN94UTIL01Z.html?fbclid=IwAR1Gy2JuaWoYhpy_8rLGQ71N4IUjepHUNbaaVsNvm1Q-MvmlxdPLg20gPDw

 

Hintergrund: 

https://www.andreas-singler.de/2020/06/29/nur-die-wenigsten-wollen-noch-olympia-wie-ursprünglich-geplant/

Tôkyô Shôkô Research: 

http://www.tsr-net.co.jp/en/outline.html

 


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