Hiroshima-Prozess gegen AKW Ikata: "Ich fürchtete, dass dies das Ende Japans sein könnte"

Morimoto Michito's Meinungserklärung vor dem Distriktgericht Hiroshima am 15. Mai 2019

Mein Name ist Morimoto Michito, ich komme aus Hatsukaichi. Für die bedeutende Gelegenheit, heute eine Meinungserklärung abgeben zu dürfen, bedanke ich mich.

 

Heute bin ich 35 Jahre alt und Vater dreier Töchter. Von Beruf bin ich Anlagentechniker für chemische Hersteller. Ich möchte zunächst darüber sprechen, wann ich zum ersten Zweifel an der Atomkraft hegte und fand, dass man sie stoppen müsse.

 

Als sich am 11. März 2011 das Große Ostjapanische Erdbeben ereignete, befand ich mich auf Dienstreise im Werk Ichihara in der Präfektur Chiba. Durch die Notabschaltung der Anlage ertönte die Sirene, und die Rohrleitungen gerieten ins Schwanken. Der über 60 Meter hohe Schornstein schwankte seitlich so sehr, dass ich Angst hatte, er würde einstürzen. Da es der letzte Tag der Dienstreise war, wollte ich zufort zurückkehren, aber Züge und Nachtbusse sowie sämtliche sonstigen Verkehresmöglichkeiten waren ausgefallen. Daher entschied ich mich, in dem Hotel zu übernachten, in dem ich zuvor eingebucht gewesen war.

 

Während ich in der Lobby die Formalitäten erledigte, vernahm ich – während ich im Fernsehen in der Lobby den Zustand verfolgen konnte, den das Erdbeben und der Tsunami verursacht hatten – ein Explosionsgeräusch, dem überfallartig eine Druckwelle folgte. Als ich nach draußen ging, brannte die Cosmo-Erdöl-Fabrik fürchterlich. Das Geräusch jener Explosionen, die über das Fernsehen und die Mobiltelefone verbreiteten Notfall-Erdbebenmeldungen und die körperlich spürbaren Nachbeben ließen mich in jener Nacht nicht schlafen.

 

Am darauffolgenden 12. März wollte ich nach Hiroshima zurückkehren, aber da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht ausreichend wiederhergestellt waren, ging ich zu Fuß bis zum nächsten funktionstüchtigen Bahnhof. Über das Mobiltelefon informierte ich mich über die Schäden und ich erfuhr, dass es die Besorgnis gab, die nuklearen Brennstäbe seien geschmolzen.

 

Ich habe kaum Erinnerungen an den Atomunfall von Tschernobyl. Wie es ist, wenn es am Schlimmsten kommt, habe ich bei Wikipedia nachgeschaut. Es war zu jener Zeit, als ich zum ersten Mal danach gesucht hatte. Als ich feststellte, dass gesundheitliche Schäden bei einem Atomunfall im Umkreis von 350 Kilometern zu erwarten seien, wurde mir klar, dass auch die Kantô-Region, in der ich mich gerade befand, ebenfalls gefährdet war, und das machte mir Angst. Aber tief im Herzen hoffte ich, dass es kein großer Unfall war, der sich da ereignet hatte. Das lag wohl daran, dass ich damals noch als Ingenieur an die technologischen Fähigkeiten Japans und an den Sicherheitsmythos, der in Bezug auf Atomkraft in Japan aufgebaut worden war, glaubte.

 

Während ich darüber besorgt war, ob sich nicht etwa noch ein weiteres großes Erdbeben ereignen würde, stieg ich, um nach Hiroshima zurückzukehren, in Tokyo in den Shinkansen ein. Die Nachrichten im Zug bestätigten die Meldungen, wonach sich im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ein eine Explosion ereignet hatte. Ich konnte nicht mehr klar denken. Das Erdbeben und der Tsunami, und als zusätzlicher Schlag die Explosion im AKW. Während ich mich fragte, ob das wirklich sein konnte, verlor ich vollkommen meine Gemütsruhe, und ich dachte, dass dies die Zerstörung unseres Landes sein konnte.  

 

Nachdem ich nach Hiroshima zurückgekehrt war, achtete ich natürlich auch auf den Zustand, der durch das Erdbeben, durch die Katastrophe verursacht worden war.

 

Besonders aber achtete ich die ganze Zeit auf die Situation im Atomkraftwerk, die sich jeden Augenblick ändern konnte. Auf meine Arbeit vermochte ich mich nicht mehr zu konzentrieren. Als ich erfuhr, dass die Situation in Meiler sich fortsetzte, auch in Meiler drei eine Explosion stattfand und die Evakuierungszone ausgeweitet wurden, kamen mir erstmals Zweifel an der Atomkraft und hinterfragte das Problem der Radioaktivität. Weil auch nach dem 11. März außerhalb Ostjapans überall im Land viele Atomkraftwerke weiter in Betrieb waren, sorgte ich mich darum, dass sich mit jedem neuen Beben ein weiterer Atomunfall ereignen konnte, und ich fürchtete, dass dies dann das Ende Japans sein könnte. Mir war klar, dass das meinem Wohnort nahe gelegene, in Planung befindliche Atomkraftwerk Kaminoseki noch nicht im Bau war, und das beruhigte mich etwas.

 

Am 3. April stoppte damals kurzzeitig die gesamte Wirtschaft, und seither denke ich, dass es besser wäre, wenn Japan vollständig auf Atomkraft verzichten würde. Ich möchte wissen, wozu Atomkraftwerke gut sein sollen, deshalb habe ich Kaminoseki-chô besucht. Ich traf dort das sogenannte „Haus der Zukunft“ an, ein Publik-Relation-Zentrum der Firma Chûgoku Denryoku (Elektrizitätswerke Chûgoku). Dem Personal dort stellte ich einige Fragen. „Warum wird das Atomkraftwerk Kaminoseki gebraucht?“, so fragte ich, worauf ich die Antwort bekam: „Für die künftige wirtschaftliche Entwicklung der Region Chûgoku wird der Bau benötigt.“

 

Des Weiteren fragte ich nach natürlichen Energiequellen wie Windkraft oder Photovoltaik, worauf ich gesagt bekamt: „Die erzeugte Strommenge ist gering, und weil riesige Flächen für die Stromgewinnung benötigt werden, ist die Effizienz schlecht“. Von Kindern erstellte Poster sind mir im Bewusstsein geblieben: „Atomkraft schafft Zukunft“, „Atomkraft ist lieb zum Planeten“, so steht auf diesen Postern. Ist es aber nicht so, dass unter jenen Menschen, die den Atomunfall von Fukushima am eigenen Leib erfahren mussten, niemand denkt, dass Atomkraft eine Energie der Zukunft sei, dass sie lieb zur Erde sei?

 

Ich wurde in der Präfektur Yamaguchi geboren, und während ich dort auch aufwuchs, erfuhr ich auch von Bewohnern der Insel Iwaishima, die gegen den Bau des AKW Kaminoseki eine Protestbewegung bildeten. „Es versteht sich von selbst, dass das AKW Kaminoseki gebaut wird“, so dachte ich damals. Nach „Fukushima“ machte ich mir angesichts der Menschen auf Iwaishima, die bis zum heutigen Tage gegen den geplanten Bau des AKW Kaminoseki protestieren, Vorwürfe, und in der Absicht, diese Menschen um Verzeihung zu bitten, trat ich den Weg nach Iwaishima an. Ich bekam das Gefühl, dass diese Menschen meine Heimat, die Präfektur Yamaguchi, und mein jetziger Wohnort, die Präfektur Hiroshima, beschützten. Als ich auf einen Berg stieg und auf das Meer hinaus blickte, konnte ich in der Ferne das von Shikoku Denryoku betriebene Atomkraftwerk Ikata auf Shikoku sehen. Wenn sich im Atomkraftwerk Kaminoseki oder im AKW Ikata jemals ein Unfall ereignen sollte, dann sind sowohl die Insel wie die Region Chûgoku am Ende, so fühlte ich.   

 

Ich bereute, dass ich das, was die Zeitungen und das Fernsehen der breiten Öffentlichkeit vermitteln, kritiklos geglaubt hatte, und lernte ernsthaft über Atomkraft und Radioaktivität. Vor dem Unfall dachte ich, dass Atomkraft eine preisgünstige Form der Energiegewinnung mit hoher Kapazität sei, aber mittlerweile weiß ich, dass die Kosten durch Atomkraft steigen und dass der Strom auch ohne Atomkraft ausreicht. Ich will, dass dieses Land unverzüglich und vollständig den Gebrauch von Atomkraft stoppt. In Gesprächen unter Freunden und am Arbeitsplatz mache ich dies immer wieder zum Thema, und 2011 mochten manche sich wohl gesorgt haben, ob ich verrückt geworden sei. Aber mittlerweile sind die Gefahren der Atomkraft ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit vorgedrungen, und als dann die Entscheidung verkündet wurde, dass das Atomkraftwerk Ikata gestoppt werden müsse, waren viele erfreute Stimmen zu hören.

 

Es gibt keinen Grund, warum diese unmenschliche, ineffiziente und gefährliche Atomkraft erlaubt sein sollte. Es werden Evakuierungsübungen für den Fall eines Atomunfalls durchgeführt, aber warum sollten Menschen wegen Stromes fliehen müssen? Im Gegensatz zu anderen Industrieunfällen bedeutet ein Atomunfall, dass mit einem Mal Radioaktivität freigesetzt wird, und das ist dann das Ende. Der Schaden, den das verursacht, ist riesig. Beweist nicht der Atomunfall von Fukushima, dass es selbst nach acht Jahren für die Flüchtlinge, für den kontaminierten Boden, für die verseuchten Lebensmittel keine Lösung gibt?

 

Können Sie versprechen, dass sich sich ein Atomunfall im AKW Ikata unter keinen Umständen ereignen kann? Können Sie versprechen, dass von diesem Gelände keine Radioaktivität ausgeht? Vor zwei Jahren haben wir uns ein Haus angeschafft, aber im Fall eines schweren Unfalls im AKW Ikata müssten wir es aufgeben, ich müsste meine Arbeit aufgeben und wir müssten fliehen, um das Leben meiner Familie, um mein eigenes Leben zu schützen. Das AKW Ikata ist umgeben von Shikoku, Kyûshû und der Region Chûgoku, einer lebhaften Region mit viel Landwirtschaft und Natur. Wenn wir dieses Leben, dieses Erbe für künftige Generationen, meine Kinder eingeschlossen, schützen und erhalten wollen, kommen wir nicht umhin, den Betrieb des AKW Ikata zu stoppen. Wenn wir, die wir die Erfahrung des Atomunfalls von Fukushima gemacht haben, die Atomkraft nicht stoppen, dann werden wir denselben Fehler noch einmal begehen. Ich hoffe aufrichtig auf eine Entscheidung, die auf Recht und Gesetz wie auch auf den Lehren fußt, die wir aus dem Atomunfall von Fukushima gezogen haben, die darüber hinaus dem Gewissen verpflichtet, unabhängig und neutral sein möge. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

Homepage der Klägregruppe Ikata Genpatsu Hiroshima Saiban: http://saiban.hiroshima-net.org

 

伊方原発広島裁判

森本道人氏の意見陳述 ー 広島地方裁判、2019年五月15日

広島地方裁判所 御中

 

原告意見陳述要旨

 

広島県廿日市市在住

原告 森本 道人

 

 

私は廿日市市に住む、森本道人と申します。本日は意見陳述の貴重な機会を与えて頂きまして、ありがとうございます。

 

現在、私は35歳で3人の娘の父親です。仕事は化学メーカーのプラント機械技術職をしております。最初に原発に疑問を持ち、原発を止めなければならないと思ったきっかけを申し上げます。

 

2011年3月11日、東日本大震災が発生したとき、私は千葉の市原工場に出張中でした。プラント緊急停止によるサイレンが鳴り響き、配管などは大きく揺れ、高さ60mを超す煙突も横揺れして倒れてくるのではないかと恐怖を感じました。出張最終日であったこともあり、すぐに帰宅するように指示がでましたが、電車や高速バスなど全ての交通機関が停止していたので、宿泊していたホテルに泊まることにしました。

 

ロビーで手続きを終え、ロビーのテレビで地震や津波の状況を観ている時に突然の爆発音と衝撃波が襲いました。外に出てみるとコスモ石油の工場が激しく燃えていました。その日は時折聞こえる爆発音、テレビや携帯から鳴る緊急地震速報、体に感じる余震が何度も起こり、寝ることはできませんでした。

 

翌3月12日、広島に帰ろうとしましたが交通機関は十分に復旧しておらず、電車が復旧している駅まで歩いて向かいました。被害状況などを知ろうと携帯でニュースを確認していると、原発の燃料棒が溶けた恐れがあるという情報を知りました。チェルノブイリ原発事故のことが頭をよぎり、最悪の場合どうなってしまうのかをウィキペディアで調べました。私が原発について調べたのは、この時が最初です。

 

350km圏内でも健康被害があったことを知り、今自分がいる関東も危ないと恐怖を感じました。しかし、大きな原発事故は起こらないだろうと心の底では思っていました。それは、一人のエンジニアとして日本の技術力や原発の安全神話を信じて生きてきたからでしょう。

 

また大きな地震が起きるのではないかという不安を持ちながら、広島に戻る為に東京駅から新幹線に乗りました。新幹線の中でニュースを確認していると福島第一原発の1号機が爆発したというニュースを知り、頭が真っ白になりました。地震と津波、それに追い打ちをかけるような原発の爆発。これは現実なのだろうかと冷静さを完全に失い、この国は壊滅してしまうのではと考えていました。

 

広島に帰ってきてからは、地震、震災の状況もですが、特に刻一刻と変化する原発の状況が気になり、仕事が手につきませんでした。1号機に続き、3号機の爆発が発生し、避難地域が広がる状況を見て、原発や放射能についての疑問を持ち始めるようになりました。また、3.11の原発事故直後も東日本地域以外の原発が多く稼働していたので、地震が発生する度にまた原発事故の事が気になり、次に原発事故が起きた時は終わりだという危機感を感じていました。自分が住む場所から最も近い原発は上関原発だと思い、上関原発の建設が始まっていなかったことを知り、ホッとしました。

 

4月3日この頃には、経済が一旦ストップしても良いから日本全国全ての原発の稼働を止めた方が良いと考えるようになっていました。原発が何故必要なのかを知りたいと思い、上関町を訪れました。中国電力発電所PR館の「みらい館」を見つけ、職員の方に原発について教えて頂こうと幾つか質問をしました。「上関原発は何故必要なのですか」と問うと「今後の中国地方の経済発展を考えて建設が必要」とのことでした。

 

また、風力や太陽光発電といった自然エネルギーについて問うと「発電量が少なく、膨大な土地が必要で効率が悪い」と言われていました。そこで見た子供たちが書いたポスターが印象に残っています。「未来を作る原子力」、「地球に優しい原子力」と書かれたポスターです。福島原発事故を経験した人達の中に、未来のエネルギー、地球に優しいエネルギーだと考える人はいないのではないでしょうか。

 

私は山口県で生まれ育っていながら、私が生まれる以前から祝島の人達が上関原発の建設反対運動をしていた事を知りました。上関原発は建設されるのが当たり前だと思っていました。今まで原発の建設に反対してこなかったことを反省し、これまで反対し続けてきた祝島の人達にお礼を言いたいと思い祝島に行きました。祝島の人達が私の故郷の山口県や今住んでいる広島県を守ってくれたのだという気持ちになりました。しかし、山の上から海を見ると、そこからは四国電力の伊方原発が見えました。上関原発の建設もですが、伊方原発が事故を起こした時も同じくこの島も、中国地方は終わりだと感じました。

 

新聞やテレビ、世間一般でいわれることを無批判に信じてきたことを反省し、原発や放射能について真剣に勉強しました。事故前は、原発はコストが安く大容量の発電設備だと思っていましたが、原発による発電は最もコストが高く、原発がなくとも電気が足りることを確信しました。私はこの国の原発は直ぐに全て止まると思っていました。友人や会社でも原発について積極的に話題にするようになり、2011年当初の私は頭がおかしくなったのではないかと心配された時期もありましたが、現在では世間一般の原発に対する危険性意識も変わってきており、仮処分で伊方原発の運転差止が決まった時には多くの人から喜びの声を聴きました。

 

こんな非人道的で非効率で危険な発電が許されるわけがありません。原発事故を想定した避難訓練が実施されていますが、たかが電気の為になんで人間が避難しないとならないのでしょうか。原発事故は、一般の工場の事故と異なり放射能を一旦外に放出してしまうと、お終いなんです。甚大な被害を及ぼします。福島原発事故から8年が過ぎましたが、放射能影響による避難者、土地の汚染、放射能による食品問題など未だに解決できないことが証明しているではないですか。

 

伊方原発で絶対に事故を起こさないことを約束してくれますか?放射能を敷地内から出さないことを約束してくれますか?

 

2年前に家を購入しましたが、仮に伊方原発が過酷事故を起こした時には、その家を手放し、今の仕事を諦めて避難します。それは自分の家族、自分自身の命を守る為です。伊方原発は四国、九州、中国地方に囲まれており、多くの生活があり、豊かな自然も多くあります。

 

私の子供達を含め、未来の世代に残していかなければならない生命・財産を守る為に伊方原発の運転差止を諦めません。

 

福島原発事故を経験した私達が原発を止めなければ、いつかまた同じ過ちを繰り返す事になるでしょう。憲法及び法律、そして福島原発事故という人災から学んだことを踏まえて頂いた上、良心に従い、独立して中立な場で公正な判決をして頂けることを切に望みます。

 

ご清聴ありがとうございました.

 

http://saiban.hiroshima-net.org

 

 


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