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"Wiederaufbau-Olympia": Zuständiger Minister Sakurada kennt Katastrophenstadt Ishinomaki nicht

Der für die Olympischen Spiele zuständige Minister Sakurada Yoshitaka hat am 9. April im Ständigen Kabinettsausschuss des Japanischen Oberhauses die von dem Großen Nordostjapanischen Erdbeben besonders betroffene Stadt Ishinomaki 石巻(いしのまき)in der Präfektur Miyagi in seinen Antworten wiederholt als „Ishimaki“ bezeichnet. 

 

Die vollständige Lesung von Ishinomaki – der mit nahezu 4000 Todesopfern am stärksten von dem Tsunami am 11. März 2011 betroffenen Kommune im Nordosten der Hauptinsel Honshû– nicht zu kennen, stellt eine außergewöhnlich peinliche Panne dar, zumal für einen Olympiaminister: Die Regierung hat für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 in Tôkyô die Devise von den „Wiederaufbau-Spielen“ ausgegeben. Nach Angaben aus seinem Umfeld habe der Staatsminister für seinen Fehler um Entschuldigung gebeten.

 

Solche Fehler können sich im Japanischen einschleichen, wenn Schriftzeichen nicht offenkundig die offizielle Lesung widergeben. Häufig wird die Posessivpartikel no in japanischen Namen und Ortsbezeichnungen nicht mitgeschrieben, sie muss beim Lesen mitgedacht werden. Die vollständige Lesung kann letztlich nur auswendig gelernt werden. 

 

In Ishinomaki fand am 24. März ein Fest zur Rückgabe des Gefäßes statt, in dem bei den Olympischen Spielen 1964 in Tôkyô das olympische Feuer (seika 聖火) brannte.  Der Staatsminister selbst nahm an dieser Zeremonie nicht teil und musste sich dafür im Kabinettsausschuss des Oberhauses rechtfertigen. 

 

Quelle: https://www.jiji.com/jc/article?k=2019040900607&g=pol

 

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