· 

"Maßnahmen gegen Ausländer in der Sperrzone"

Fernsehsender NHK: „Verstärkung von Gegenmaßnahmen gegen Ausländer in der Sperrzone“ (Kikan konnan kuiki ni gaikokujin – taisaku kyôka 帰還困難区域に外国人対策強化)

 

Der staatliche Fernsehsender NHK (18. Februar 2019) berichtete über sich wiederholende unerlaubte Eintritte von Ausländern in die in Folge des Atomunfalls von Fukushima Daiichi eingerichtete Sperrzone („Rückkehrproblembezirk“/Kikan konnan kuiki  帰還困難区域). Diese würden die Sperrzone  betreten, um dort zu filmen und die Ergebnisse dann ins Internet zu stellen. Dagegen hat die Regierung nun eine Richtlinie erlassen, wonach gegen den „schwarzen Tourismus“ in die Sperrzone u.a. verstärkt mit englischsprachigen Hinweisschildern vorgegangen werden soll. Als Grund werden auch widerrechtliches Betreten von privatem Grund oder die Verletzung von Persönlichkeitsrechten von Betroffenen geltend gemacht.

Bereits im April 2018 seien 26 Schilder mit der Aufschrift „Zutritt verboten“ aufgestellt worden. „Da aber danach diese Zwischenfälle nicht abrissen und private Grundstücke und Häuser betreten und im Internet Filme darüber weiter veröffentlicht wurden, beschloss die Regierung eine Verschärfung der Gegenmaßnahmen“, so NHK. „Konkret bedeutet das nach der Homepage der Regierung, dass Personen, die die Sperrzone betreten wollen, hierfür Kontakt zu den Gemeinden aufzunehmen haben. Dort soll auf Englisch erläutert werden, dass es auch auf Straßen, über die die Durchfahrt durch das Sperrgebiet begrenzt möglich ist, prinzipiell verboten ist, aus dem Auto auszusteigen und sich vom Wagen wegzubewegen.“ 

Regierungsrat Kurimoto (Team des Katastrophenmanagements im Kabinettbüros für die Hilfe der vom Atomunfall Betroffenen): „Wir finden es als Staat höchst bedauerlich, und um solche Zwischenfälle zu vermeiden, werden wir die Informationsbereitstellung für Ausländer verstärken.“ Auf der Internetplattform YouTube seien zahlreiche Filme eingestellt, die von Ausländern stammen, die die Rückkehrproblembereiche, zu denen der Zutritt begrenzt ist, widerrechtlich betreten haben. In einem Fall sei ein Film gepostet worden, der in der Ukedo-Grundschule Namie ein Heft mit Namen des Schülers gezeigt habe, der es zurück hatte lassen müssen. 

Besonders echauffierten sich die Behörden über einen bei Netflix veröffentlichten Film des in dem NHK-Beitrag nicht namentlich genannten neuseeländischen Journalisten David Farrier. Dieser startete 2018 seine Reportagereihe „Dark Tourist“ mit Japan und Fukushima. Die Behörden werfen Farrier inhaltlich z.B. vor, keine Ortsangaben zu machen, wenn er mehr oder weniger spektakuläre Messungen der örtlichen Radioaktivität vornimmt. Ein Kolumnist der Washington Post (22. Juli 2018) platzierte den als nicht nur von den Behörden als sensationsheischend zurückgewiesenen Beitrag, dessen journalistische Qualität ebenso zur Debatte steht wie dessen ethische Fundierung, ganz oben auf seiner „Do not Watch“-Liste. https://www.washingtonpost.com/express/wp/2018/07/22/dark-tourist-review-david-farriers-netflix-travel-show-isnt-worth-the-trip/?noredirect=on&utm_term=.caaff0364713

Als weitere Gegenmaßnahme setzten die Behörden nun auf genehmigte Touristentouren, an denen auch die lokale Bevölkerung als Zeitzeugen beteiligt wird. 

Quelle: https://www3.nhk.or.jp/lnews/fukushima/20190218/6050004427.html?fbclid=IwAR2K7SYDGYx7EhhrYmyV1SB4WLo51VWujsccrDQkof_nWuGjifEyYB8EMF0

Kommentar schreiben

Kommentare: 0