Tôkyô Olympics & Fukushima - German Books about Tôkyô 2020/21 and how the Games are connected to the Fukushima NPP Disaster


"NOlympics. Tōkyō 2020 in der Kritik"

German Abstract

 

Olympia hat im Zuge der weltweiten Corona-Krise mit seinem lange Zeit bedingungslosen Festhalten an der Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 in Tōkyō in der ganzen Welt viel Glaubwürdigkeit, Integrität und Sympathie verspielt. Der Coronavirus hat einmal mehr immense Defizite offengelegt, wie sie von einer an Größe und Bedeutung beständig wachsenden transnationalen Anti-Olympia-Bewegung bereits seit längerem vehement beklagt werden.

 

Der Band „NOlympics: Tōkyō 2020/1 in der Kritik“ bietet gemeinsam mit wissenschaftlichen Fundierungen der diversen Olympia-Kritiken durch ein internationales Autor*innen-Team auch jenen Stimmen eine Plattform, die in Japan in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Aktionen gegen die Ausrichtung des Mega-Events opponiert haben. Ihre Ablehnung der Spiele betrifft nicht nur das zunächst noch verschobene, tatsächlich aber sogar von der völligen Absage bedrohte Projekt Tōkyō 2020. Sie wendet sich prinzipiell gegen die Institution der Olympischen Spiele in Zeiten des „Feier-Kapitalismus“ (Jules Boykoff). Der Widerstand richtet sich somit gegen Spiele, die im Verdacht stehen, in den Ausrichterländern soziale Kälte bis hin zur Exklusion zu befördern, wachsenden Nationalismus zu generieren und demokratische Werte zu unterminieren.

 

Eine besondere Dramatik erfahren diese bereits im Normalzustand konstatierten Problematiken durch die Situation, der sich insbesondere die Betroffenen der Atomkatastrophe von Fukushima fast ein Jahrzehnt nach dem Unglück noch immer ausgesetzt sehen. Hier erweist sich Olympia ebenso wenig als Anwalt der Katastrophenopfer wie der sozial Schwachen in den Gastgeberstädten der Spiele. Darüber kann auch der von der Bevölkerung längst als „Werbeslogan“ entlarvte Euphemismus von den „Wiederaufbau-Spielen“ nicht hinwegtäuschen. Um Olympia nicht zu gefährden, würden die Bewohner*innen Fukushimas einem erhöhten Strahlenrisiko ausgesetzt, so heißt es. Auf dem Altar der Olympia-Ausrichtung werde damit ein Wiederaufbau geopfert, der die wirklichen Bedürfnisse der Betroffenen ins Zentrum stellt.

 

 

Die Parallelität zum – fast einhellig als uneinsichtig, verantwortungslos und einzig dem Profit verpflichtet kritisierten – Verhalten der japanischen Regierung, der Olympia-Organisatoren und des Internationalen Olympischen Komitees in der Corona-Krise ist frappierend und verweist auf ein „System Olympia“ im 21. Jahrhundert, das sich von den Menschen, denen es zu dienen vorgibt, längst vollständig entkoppelt hat.

 

Steffi Richter, Andreas Singler, Dorothea Mladenova (eds.) NOlympics. Tōkyō 2020/1 in der Kritik [NOlympics: Critiquing Tōkyō 2020/1]. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, 2020 (ISBN  978-3-96023-347-3), 29 Euro.

Publisher website: https://www.univerlag-leipzig.de/catalog/bookstore/article/2018-NOlympics_Tokyo_20201_in_der_Kritik

 

 

"NOlympics. Critiquing Tōkyō 2020/1"  - English Abstract

 

With their resolute and uncompromising adherence to the hosting of the 2020 Olympic and Paralympic Games in Tōkyō amid the global coronavirus pandemic, the International Olympic Committee, Japanese government, and organizers of Tōkyō 2020/1 lost much credibility, integrity, and sympathy around the world. This situation, however, was not unexpected for many. The coronavirus crisis has merely once again exposed immense deficiencies that have long been vehemently criticized by a transnational anti-Olympic movement that is growing in size and importance.

 

The edited volume NOlympics. Tōkyō 2020/1 in der Kritik (NOlympics. Critiquing Tōkyō 2020/1) brings together scholarly assessments of various problematic aspects of the Games as well as those voices that have been involved in numerous campaigns against the Olympics. These criticisms and protests are directed against the very institution of the Olympic Games and other mega-events that facilitate what Jules Boykoff calls “celebration capitalism.” The Olympics are, among other things, alleged to promote social exclusion in host countries, escalate nationalism, and undermine democratic values.

 

These problems that are visible even in “normal” times take on even more dramatic proportions for those affected by the Fukushima nuclear disaster, who are still suffering almost a decade after the 2011 triple catastrophe. The Olympics have failed to advocate for the victims of the nuclear disaster, while also notoriously failing the socially vulnerable in general. The euphemistic idea of the “Reconstruction Games,” promoted by the organizers but long condemned by the actual people in the affected areas as an empty publicity slogan, cannot hide this fact. In order not to endanger the Olympics, critics say, Fukushima residents are exposed to increased radiation risks. And the reconstruction genuinely deserving of this name and focused on the real needs of those affected by the disaster is rather sacrificed at the altar of the Olympics for their success.

 

The response of the Tōkyō 2020/1 stakeholders to the coronavirus crisis, which has been widely criticized as irresponsible and prioritizing solely the economic benefits of the IOC and a few private companies, is striking and sheds light on the true nature of the “Olympic system” in the 21st century that has now completely lost touch with those whom it claims to serve.

 

 

「NOlympics: 批判されるTōkyō 2020/1」

 

世界的なコロナ危機の中、2020年の東京オリンピック・パラリンピックの開催に固執し続けたことで、オリンピックは世界中でその信ぴょう性を失い、世界をつなぐ力、そして共感を台無しにしてしまった。コロナウイルスによって今回改めて晒されたオリンピックの負の側面は、国をまたいで規模も意義も拡大し続けている反オリンピック運動がすでに以前から猛烈に抗議してきたことである。

 

『NOlympics: 批判されるTokyo 2020/1 』は、国際的な執筆チームによる学問的な研究に根差した多方面からのオリンピック批判の数々を紹介し、日本でここ数年の間数多くのアクションでこのメガイベントの開催に抵抗してきた声に抗議の基盤をあたえるものである。彼らのオリンピック拒否の声は、Tokyo 2020だけに向けられたものではなく、「祝賀資本主義」(ジュールズ・ボイコフ)の時代におけるオリンピックという体制に向けられたものである。この抗議の声は即ち、開催国において社会的冷淡を超えて排除を助長し、国家主義の台頭を生み出し、民主主義的な価値をを葬り去るという嫌疑に立たされているオリンピックに向けられているのである。

 

とりわけドラマチックなのは、ほぼ10年を経ていまなお危険に晒されていると感じている福島原発事故の被災者たちの状況を通して、通常でもすでに認識されている問題である。この点でもオリンピックは被災者の擁護者でも、開催国の社会的弱者の庇護者でもないことを露呈している。このことは、国民からもとっくに「広告スローガン」だと見抜かれている「復興五輪」という婉曲表現をもってしても、隠しきれない。オリンピックを危機に晒さないために、福島の住民の被ばくリスクは引き上げられ、オリンピック開催の祭壇の前に、被災者が本当に必要とするものを中心に据えた形での復興が犠牲になった、と言われている。

 

日本政府、オリンピック組織委員会、国際オリンピック委員会がコロナ危機において取っている(異口同音に頑固で無責任で利益優先だと批判されている)態度との平行性は驚くほどで、人類のためにあるはずのオリンピックが、21世紀における「オリンピック体制」において人間から完全に切り離されてしまったことを示している。 

 

翻訳:桂木忍

 

Tôkyô 2020: Olympia und die Argumente der Gegner

Buchvorstellung  Andreas Singler 

„Tôkyô 2020: Olympia und die Argumente der Gegner“  

BoD Verlag 2019, 264 Seiten, 16,90 €; ISBN-13: 9783744802321; E-Book: 6,49 €, Aktionspreis 4,99 €

 

Die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tôkyô 2020 stoßen in Japan nicht nur auf Gegenliebe. Es gibt neben viel Zustimmung auch beachtlichen Widerstand. Weithin Ablehnung schlägt dem wichtigsten Sportfest der Welt insbesondere aus der japanischen Anti-Atomkraft-Bewegung entgegen. Deren Mitglieder fürchten, dass das als „Wiederaufbau-Spiele“ (fukkô gorin) proklamierte Mega-Event dazu missbraucht wird, den Atomunfall von Fukushima vergessen zu machen und dass die für Olympia benötigten Ressourcen den Betroffenen der Dreifachkatastrophe von 2011 verloren gehen. „Im Augenblick sollten wir so etwas nicht tun“, ist eine der am häufigsten zu vernehmenden Aussagen zu Tôkyô 2020.

 

Um der Weltöffentlichkeit zu demonstrieren, dass die Situation in den betroffenen Regionen wieder in Ordnung sei, würden 2011 evakuierte Gebiete unter Ausübung ökonomischen Zwangs trotz noch immer deutlich erhöhter radioaktiver Strahlung mehr und mehr repatriiert. Einer an den Bedürfnissen der Betroffenen orientierte Hilfe laufe dies vollständig zuwider, sagen viele. Dem Motto von den „Wiederaufbau-Spielen“ setzen manche Kritiker daher den Begriff von den „Wiederaufbau-Behinderungs-Spielen“ (fukkô bôgai gorin) entgegen. 

 

Genuine Olympiagegner kritisieren darüber hinaus sportliche Großereignisse im Kern. Sie begründen, ähnlich wie Olympiagegner weltweit, ihre Ablehnung sozialpolitisch und aus bürgerrechtlicher Perspektive. So steht Olympia als Motor der Gentrifizierung und des Sozialabbaus sowie der Vertreibung von Obdachlosen aus dem Stadtbild auch in Tôkyô in der Kritik. Großprojekte würden mittels gigantischer Umverteilungen von öffentlichem Besitz in privatwirtschaftlichen Profit realisiert. Der US-Politologe Jules Boykoff spricht in diesem Zusammenhang von Celebration Capitalism (shukuga shihonshugi). Damit einher gingen wachsender Nationalismus und ein negativer Einfluss auf die demokratische Kultur. 

 

Dr. phil. Andreas Singler (*1961) ist Journalist, Japanologe und Sportwissenschaftler. Seit vielen Jahren setzt er sich mit den problematischen Aspekten des modernen Hochleistungssports auseinander. Als Japanologe beschäftigt er sich mit japanischer Protestkultur, insbesondere mit der Anti-Atomkraft-Bewegung und dem Widerstand gegen Tôkyô 2020. Im Berliner EB-Verlag erschien 2018 der Band „Sayônara Atomkraft. Proteste in Japan nach ‚Fukushima'“. Weiter gilt sein Interesse seit Jahren der Situation in Fukushima.

Tôkyô 2020: Olympics and the arguments of the opponents

The Olympics and Paralympic Games in Tôkyô 2020 do not only meet with love in Japan. There is a lot of approval as well as considerable resistance. Widely rejection beats the most important sports festival in the world, especially from the Japanese anti-nuclear movement. Their members fear that the mega-event proclaimed as "Reconstruction Games" (fukkô gorin 復興五輪) will be misused to make the Fukushima nuclear accident forgotten and that resources needed for the Olympics will be lost to the victims of the 2011 triple disaster.

"For the moment we should not do that," is one of the most widely heard statements about Tôkyô 2020. Olympics are being politically abused, it is said. In order to demonstrate to the world public that the situation in the affected region is “under control”, the government repopulates step by step many of those areas affected and evacuated in 2011 under the exercise of economic coercion despite still significantly increased radiation. The slogan of the "Reconstruction Games" is therefore opposed by some critics of the term "Reconstruction-Obstruction Games" (fukkô bôgai gorin 復興妨害五輪).

Genuine Olympic opponents also criticize major sporting events in the core. Like Olympics’ opponents worldwide, they justify their rejection from a socio-political and human-rights perspective. Thus, in Tôkyô as anywhere else Olympics are criticized as an engine of gentrification, social degradation, and the displacement of homeless people from the cityscape. Large projects would be realized by means of gigantic redistributions of public capital into private-sector profit. Celebration Capitalism(shukuga shihonshugi 祝賀資本主義), as US political scientist Jules Boykoff was naming it, used to be accompanied by growing nationalism and a negative impact on the democratic culture of host countries.

Andreas Singler (* 1961) is a journalist, Japanologist (M.A.), and sports scientist (PhD). For many years he has dealt with the problematic aspects of modern high-performance sports. As a Japanologist he is researching about Japanese protest culture, in particular about the anti-nuclear power movement and the resistance against Tôkyô 2020. Since 2012 he also is investigating about the situation in Fukushima.



アンドレアス・ジングラー の新著紹介

東京オリンピック2020と反対者の論理

 

 

東京オリンピック2020とパラリンピックは日本ではただ歓迎されているだけではない。多数の賛成の声の他、反対の声も、かなりある。世界でもっとも重要なスポーツの祭典について、日本の原発反対運動が、もっとも拒否の態度を強く示している。その活動家たちは、復興五輪と宣伝されているメガイベントがフクシマ大事故を忘れさせるのに悪用され、オリンピック開催に必要な資金が2011年の三重災害の被災者から奪われることを恐れている。「いまやるべきでわない」というのが東京2020に関して最も頻繁に聞かれる言葉だ。 

被災地の状況が再び正常に戻っていることを世界に顕示するために、2011年に避難地域 に指定された地域が、いまなお放射線値は高いのに、経済的な目的で徐々に避難解除され ている。多くの人たちが、被災者のニーズに対応した援助は全く行なわれていない、と言 っている。復興オリンピックという掛け声に対して、多数の批判者は復興妨害五輪と呼ん でいる。

 

純粋なオリンピック反対者はスポーツ・ビッグ・イベントそのものを批判している。世界中のオリンピック反対者と同じく、拒否の理由は社会政治的であり、市民の観点に基づ いている。つまりオリンピックはジェントリフィケーション、社会保障の削減、街の景色 からの浮浪者の追い出しに拍車をかけていると東京でも批判されている。公共の所有物が 大がかりに分配され、ビック・プロジェクトの実現が民間の利益となる。アメリカの政治 学者ジュ―ルス・ボイコフはこれを祝賀資本主義と呼ぶ。こうしてかたやナショナリズム が成長し、民主主義文化に否定的影響を与えるのだ。


アンドレアス・ジングラー:1961年生まれ。ジャーナリスト、日本学学者、スポーツ学学 者、マインツ在住。現代の高度な成果を要求するスポーツの問題を長年扱っている。日本 学の場では日本の反対運動、特に原発反対運動と、東京オリンピック2020抗議運動にかか わる。2018年「さよなら原発・フクシマ後の日本での抗議運動」ベルリン EB 出版社。 2019年8月末には専門書「東京2020オリンピックとその反対者の論理」が BoD 出版社から。 (ともにドイツ語)さらにフクシマへの状況に強い関心を持っている。 

 

翻訳:鷲尾とよ /  桂木忍

 

東京オリンピック2020と反対者の論理
BoD 出版2019年 16.90ユーロ
ISBN 13: 9783744802321 - E-Book 6,49ユーロ - 特別価格 4,99ユーロ 

„Sayônara Atomkraft – Proteste in Japan nach ‚Fukushima’“

Acht Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima: 

Ein Band über die japanische Anti-Atomkraft-Bewegung des Mainzer Autors Andreas Singler gibt Auskunft über den Widerstand nach „Fukushima“, die Situation in den betroffenen Gebieten und die Sorge um eine Instrumentalisierung der Olympischen Spiele 2020 in Tôkyô  

Am 11. März jährt sich der Tag der Dreifachkatastrophe in Nordostjapan mit Erdbeben, Tsunami und dem einsetzenden Atomunglück Fukushima Daiichi zum achten Male. Gegen die Pläne der japanischen Regierung einer verstärkten Rückkehr zur Atomkraft regt sich auch nach Abflauen der Massenproteste in den ersten Jahren nach der Katastrophe weiterhin vielerorts energischer Widerstand. Mit Skepsis und Sorge blicken die meisten Aktivistinnen und Aktivisten zudem auf die im nächsten Jahr stattfindenden Olympischen und Paralympischen Spiele in Tôkyô. Olympia sei ein Schleier, mit dem die noch immer nicht beendete Atomkatastrophe verdeckt und per sozialer Konstruktion für beendet erklärt werden solle, so lautet eine vielgeäußerte Befürchtung. Derart politisch instrumentalisierte Spiele seien strikt abzulehnen (siehe auch https://www.andreas-singler.de/2018/09/24/pressemitteilung-solidarität-mit-fukushima/).

Seit Jahren forscht der Mainzer Autor und Japanologe Andreas Singler zu den Protesten nach „Fukushima“. 2018 veröffentlichte er mit „Sayônara Atomkraft“ (EB-Verlag Berlin) das journalistische Tagebuch seiner 2012 aufgenommenen Recherchen. Der Band entstand in Kooperation mit dem Institut für Japanologie der Universität Frankfurt am Main. Darin sind anschauliche Reportagen über jeweils tagesaktuelle Protestveranstaltungen im ganzen Land ebenso versammelt wie spannende Interviews mit Protagonisten der Gegenbewegung und informative Übersetzungsarbeiten. Das Buch eröffnet tiefere Einblicke in die japanischen Diskurse nach „3.11“ und in die Lebensumstände der Betroffenen. Es leistet damit wichtige Beiträge zur Dokumentation einer besonderen zeithistorischen Periode.

„Fukushima“, so sagt der Autor, sei keine rein japanische Katastrophe und über gängige kulturalistische Stereotypen nicht zu erklären. Die Ursachen der Katastrophe und die Fehler, die in ihrer Folge gemacht wurden, seien vielmehr kennzeichnend für eine weltweite „Risikogesellschaft“ (Ulrich Beck). Dem in westlichen Diskursen häufig anzutreffende Klischee, Japan sei ein Land ohne Protestkultur, wird ein differenzierteres Bild entgegengesetzt: Tatsächlich würden, so der Autor, die Massenproteste in den Jahren nach dem Atomunfall im wesentlichen auf Strukturen beruhen, die bereits vor „Fukushima“ aktiv gewesen waren. Immerhin stehen den 17 AKW-Standorten Japans 34 Kommunen gegenüber, in denen der Widerstand gegen den Bau neuer AKW erfolgreich war. 

Immer wieder recherchierte Andreas Singler zur Situation in Fukushima. Er begegnete dort einer Sehnsucht nach Normalität ebenso wie der Sorge vor den verbleibenden Gefahren des längst nicht beendeten Atomunglücks. Und er traf Menschen, die vor Gerichten gegen die Rückführungspolitik der Regierung und für verbesserte Entschädigungszahlungen sowie für den Atomausstieg Japans kämpfen. Ein besonderes Augenmerk galt Initiativen zu einer Energiewende aus Bürgerhand.

Trailer zu „Sayônara Atomkraft“: https://www.youtube.com/watch?v=QxReFt6JLgI&t

Website und Blogg: https://www.andreas-singler.de

Zum Autor

Andreas Singler (*1961)  arbeitet seit vielen Jahren als Journalist und Wissenschaftler. Seit der sogenannten Dreifachkatastrophe von Fukushima 2011 forscht er zu den Protesten gegen Atomkraft in Japan. Sein Studium der Japanologie absolvierte er an der Goethe­-Universität Frankfurt am Main. 

 

Kontakt zum Autor / Soziale Medien

Dr. phil. Andreas Singler

 

E-Mail: asingler@gmx.de

Twitter: @AndreasSingler

Facebook: https://www.facebook.com/andreas.singler.3

 

Kontakt zum Verlag / ISBN 

EB-Verlag Dr. Brandt e.K.
E-Mail: post@ebverlag.de

Internet: https://www.ebv-berlin.de

ISBN 978-3-86893-261-4

 

Sayônara Nuclear Power – Protests in Japan after “Fukushima”. Reports, Interviews, Translations (2018)

After the 2011 Northeast Japan triple disaster (earthquake, tsunami, Fukushima Daiichi nuclear power plant triple meltdown) strong protests against nuclear power in Japan occurred all over the country. Up to 200,000 people – wrongly estimated at 20,000 by authorities – gathered in Tôkyô in summer 2012 at the time of the restart of the Ôi nuclear power plant. Since those days, historically branded as the “Hydrangea Revolution”, every Friday protesters meet in front of the Prime Minister’s residence at Nagata-chô/Tôkyô as well as many places all over Japan. Though the number of protesters has declined since summer 2012, no nukes events all around Japan continue. In addition, countless legal proceedings are undertaken to stop restarted power plants, prevent restarts or construction of new ones.

 

For five years, between 2012 and 2017, Andreas Singler investigated inside Japan’s no nukes movement. Nine travels lead him to many of those places where protests appear, in the urban metropolitan area of Tôkyô as well as in Japan’s very countryside, to places where nuclear power plants already stand and those where new facilities in Ôma (northern Honshû) and Kaminoseki (Japanese Inland Sea) are being built or continued to be planned. He met concerned scientists, critical journalists, spiritual leaders as well as many angry and despaired individual citizens trying whatever they can in peaceful and nonviolent ways to protect their homes and the environment.

 

Unlike western traditional cultural stereotypes often suggest, Japan appears as a country of a rich protest culture. It’s roots lead back into times far before the 2011 triple catastrophe. Obviously, lots of the post-“Fukushima”-protests are based on structures that already existed before. Many protesters started their activities against nuclear power after the Chernobyl disaster in 1986. Quite a number of elders look back even into the days of the 1950’s and 1960’s social movements. No nukes protests are tightly connected to other issues as the “State Secrecy Law” (2013/14), the reinterpretation law of Article 9 of the Japanese Constitution (“Peace Article”) in 2015 as well as the “Anti Conspiracy Law” of 2017, sharply condemned by a report on behalf of the United Nations. No nukes protest in Japan can be identified not only as a fight against a risk technology mankind is unable to deal with in a safe way. In addition it is a cry for what protesters call a “true democracy”. 

 

At several occasions the author went to Fukushima, observing a new normality as well as its faults and cracks. Also he met some of those pioneers who work on new perspectives for their home area undertaking innovative projects about renewable energies.

 

 

Trailer zum Buch - jetzt mit japanischen Untertiteln 予告編はこれから日本語字幕付き

Tokyo Shimbun, 11. März 2018, berichtet vorab über "Sayônara Atomkraft"



さようなら原発 ― フクシマ後の日本での抗議運動

2011年に東日本で起きた三重災害(地震、津波、福島第一原発1,2,3号機メルトダウン)の後で日本の原発に反対する強い抗議運動が全国的な規模で行われました。

 

20万人ほどの人々が ― 政府により間違って2万人程度と見積もられましたが ― 2012年夏の大飯発電所再稼働の時期に東京で集まりました。その時以来、歴史的に「紫陽花(あじさい)革命」と呼ばれる抗議運動が毎週金曜日に東京・永田町の首相官邸前のほか全国各地で行なわれるようになりました。2012年の夏以降参加人数が減っていったとはいえ、日本全国の反原発運動は今日も続いています。それに加えて数え切れない訴訟が原発の再稼働や新規建設を止めるために行われています。

 

アンドレアス・シングラーは2012年から2017年までの5年間に渡り、日本国内の反原発運動を取材し続けてきました。9回の訪日で彼は首都東京だけでなく大間町(青森県) や上関町(山口県)などの地方でも、新規建設や建設計画中の原子力発電所に反対する運動を取材してきました。彼は他にもこの問題を心配する学者やフリー・ジャーナリスト、聖職者たちに会いました。そして平和的で非暴力的な方法で自分たちの住まいや環境を守ろうとしている大勢の怒り、失望している一般市民たちの話を聞きました。

 

欧米のステレオタイプな保守派が指摘するのとは違い、日本には豊かな抗議運動の文化があります。その歴史は2011年の三重災害をはるかにさかのぼります。

 

明らかな事に、ポスト・フクシマ抗議運動の構造は昔から存在しているベースに基づいています。多くの反原発運動は1986年のチェルノブイリ原発事故から始まっています。さらに数多くの年配者たちは1950~1960年代の社会運動時代を覚えています。反原発運動は例えば「特定秘密保護法 」(2013/14年)や、2015年における9条 (平和憲法) の解釈変更、国連代表者より強い批判を受けた2017年の「対テロ共謀罪」の法案可決など、他のテーマとも強く結び付いています。日本の反原発運動は、人間による安全な制御が不可能なテクノロジーに反対しているだけではありません。これは参加者たちが言うように「本当の民主主義」を叫び求める戦いなのです。

 

筆者は複数回にわたって福島を訪れ、戻ってきた日常やその中で発生している問題を観察しました。さらに彼は自分たちの故郷を新たな視点でとらえ、再生可能エネルギーなどの革新的プロジェクトに取り組んでいる先駆者たちとも話をすることができました。(翻訳 Rita Mall-Araya)

Über diese Website

Schwerpunktthema dieser Website ist die Anti-Atom-Bewegung in Japan. Nach der Dreifachkatastrophe in Nordostjapan vom 11. März 2011 mit Erdbeben, Tsunami und in der Folge dem Atomunglück von Fukushima I hat sich im ganzen Land eine breite Protestbewegung gebildet. Sie ist, auch wenn die Medien davon kaum noch Notiz nehmen, nach wie vor aktiv. Und sie hat eine lange, bemerkenswerte Geschichte, die weit in die Zeit vor der Katastrophe zurückgeht.

 

Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Situation in der Präfektur Fukushima. Mehrere Wochen oder Monate im Jahr verbringt der Autor in der Region, um zur aktuellen Situation zu recherchieren und Feldforschung zu betreiben. Er arbeitet bei beiden Themenschwerpunkten an Buchpublikationen und Aufsätzen sowie an Vorträgen bzw. Präsentationen.

 

Weitere Themen: Olympia in Tokyo 2020, Doping im Sport, Reisen.

 

 

本ウェッブサイトについて

このウェブサイトの中心テーマは日本の反原発運動です。3.11 後全国の運動が起きて、彼方此方で抗議活動が沢山行われてきました。大抵のメディアが興味が無くなってしまうのに、其の運動は今も沢山あるいは定例的に活動を行って続いています。その上日本の反原発運動は福島原発事故前の長い歴史を持っています。

 

まだ、反原発運動に関する本は執筆中です。終わったら、色々な日本語の内容を加えるようにします。取材は全国中、鹿児島から札幌まで、日本海の福井県から、瀬戸内海の祝島までになりました。2012年から2017年まで、五年間かかりました。

 

他の中心テーマは福島の今の状態です。毎年、何週間も福島県を取材の為に参ります。特に復興、再生可能エネルギーのことについて取材したいと思います。これから数年間を取材したいのです。

 

その他東京五輪、スポーツのドーピングの問題や国際旅行に関心が有ります。